vergrößernverkleinern
Arsenal v Chelsea - Premier League
Per Mertesacker fliegt: Nach seiner Notbremse ist das Derby gegen Chelsea für ihn schon frühzeitig beendet © Getty Images

London - Arsenals Kapitän bekommt in den Medien den Nachhall seines Platzverweises im Derby gegen Chelsea zu spüren. Sogar seine Zukunft bei den Gunners wird in Frage gestellt.

Der englische Boulevard kannte mit Rotsünder Per Mertesacker keine Gnade. "Mertehacker" titelte die Sun nach dem Platzverweis des Arsenal-Kapitäns im Derby gegen Chelsea.

Das 0:1 gegen den Londoner Rivalen wird dem ehemaligen Nationalspieler genauso zusetzen wie der mediale Nachhall.

"Das ganze Spiel verändert"

Brutal war Mertesackers Foul an Diego Costa zwar nicht, dafür aber folgenreich: 70 Minuten lang spielten die Hausherren in Unterzahl, ausgerechnet Costa schoss später Chelseas Siegtor, in der Tabelle rutschte Arsenal von Platz eins auf drei ab. "Mertesackers Platzverweis veränderte das gesamte Spiel", schrieb die BBC.

Arsenals Teammanager Arsène Wenger versuchte noch, Partei für Mertesacker zu ergreifen, indem er gegen Costa polterte.

Der Spanier sei "clever" darin, Platzverweise zu provozieren, sagte Wenger, schon im Hinspiel sei der Stürmer an Gabriels Roter Karte beteiligt gewesen. "Costa hat für Mertesackers Platzverweis gesorgt. Man kann nicht behaupten, dass das nicht wahr ist", sagte Wenger.

Englands Presse ging weniger diplomatisch mit dem Deutschen um. "Nicht Costa hat für Mertesackers Platzverweis gesorgt, sondern Mertesacker", schrieb die Daily Mail und kritisierte, der Arsenal-Kapitän habe kurz vor dem Zweikampf zum Linienrichter geblickt. Daher sei er den "entscheidenden Moment" zu spät gekommen.

Mertesacker schon bald außen vor?

Der Mirror nahm Mertesackers Zögern sogar zum Anlass, die Zukunft des Weltmeisters bei Arsenal zu überdenken.

"Der Schnellste war er noch nie. Kein Zweifel: Mertesacker war in der Vergangenheit brillant. Aber Arsenal will sich jeden Sommer entwickeln und verbessern. Vielleicht wird er schon bald außen vor sein", schrieb die Tageszeitung.

Mertesackers Platzverweis, die x-te Derby-Pleite gegen Chelsea - das alles kommt zur Unzeit für Arsenal, das vom ersten Meistertitel seit 2002 träumt. Mit 44 Punkten liegen die Gunners wieder hinter dem Überraschungsteam Leicester City (47) und Manchester City (44).

"Chelsea, Manchester United und Liverpool nehmen nicht am Titelrennen teil, Manchester City bringt kaum drei gute Ergebnisse am Stück zustande, und Tabellenführer ist Leicester, das letzte Saison fast abgestiegen wäre", schrieb die Sun: "Wenn Arsenal diese Saison nicht den Titel holt, sind sie selbst schuld."

Sollte es wirklich zu diesem Versäumnis kommen – es könnte sein, dass das irgendwann auch Mertesacker angelastet wird. 

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel