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Liverpool - Jürgen Klopp ist nach der Niederlage gegen ManUnited ratlos. Mittlerweile stellen auch die Medien den deutschen Trainer und seine Art infrage. Die Kritik wächst. Der Druck auch.

Jürgen Klopp war ratlos. "Ich kann den Ball nicht über die Linie drücken", lamentierte der Coach des FC Liverpool nach dem bitteren 0:1 gegen Manchester United und gab zu: "Ich fühle mich richtig schlecht."

Die Euphorie nach der Ankunft des Dortmunder Meistertrainers ist an der Anfield Road verflogen. Beim englischen Altmeister setzt sich mehr und mehr die Erkenntnis durch: Auch der umjubelte "Normal One" kann die vielen Defizite der Reds nicht in Rekordzeit beheben.

"Das Charisma des Managers ist kein Allheilmittel", urteilte der Telegraph nach Klopps fünfter Niederlage im 14. Spiel in der Premier League: "Die Persönlichkeit des Messias kann das Versagen beim Verteidigen von Ecken und beim Nutzen von Torchancen nicht verbergen."

Schmetterlinge statt Bienen

Die Probleme sind auch nach gut 100 Tagen unter dem neuen Teammanager die alten geblieben: Liverpool schießt kaum Tore, 25 Treffer in 22 Spielen sind eher die Bilanz eines Abstiegskandidaten. Und wieder fiel das Gegentor durch Wayne Rooney (78.) nach einem Eckball - zum siebten Mal in dieser Saison, spitze in der Liga.

Klopps Gegenpressing, seit seinem Amtsantritt ein fester Begriff im englischen Blätterwald, funktioniert nur teilweise, weil längst nicht alle Spieler dafür geeignet sind. Sein Dortmunder Team sei "ein Schwarm Bienen" gewesen, schrieb die Times, "Liverpool flattert wie ein Schmetterling - und sticht auch so".

Das Hauptproblem: Vor allem in der Offensive hat Klopp nicht die Spieler, die er für seinen Überfallfußball braucht.

Die richtigen Stürmertypen fehlen

Stürmer Christian Benteke, mit sechs Saisontoren so erfolgreich wie die gesamte Startelf gegen ManUnited zusammen, saß erneut lange auf der Bank. Der 42-Millionen-Euro-Einkauf musste seinen Platz für den Ex-Hoffenheimer Roberto Firmino räumen, den Klopp trotz fehlender Torgefahr lobte: "Er hat gut gespielt, er ist ein richtiger Mittelstürmer."

Prompt widersprachen die Journalisten, und die Daily Mail listete "richtige Mittelstürmer" aus Liverpools Vergangenheit auf: "Sie hörten auf die Namen Keegan, Dalglish, Rush, Owen, Fowler und Suarez."

Klopps Gegenüber Louis van Gaal durfte sich derweil bei einem dieser Kategorie bedanken. "Ein Stürmer, der trifft, ist sehr wichtig", sagte der Niederländer mit Blick auf Kapitän Rooney: "Wayne trifft wieder in Serie, und wir gewinnen in Serie."

Zeitung stellt Klopp in Frage

Ohne den verletzten Weltmeister Bastian Schweinsteiger holte Manchester nach dem Jahreswechsel sieben Punkte aus drei Spielen, Klopp mit Liverpool nur einen Zähler. United belegt mit 37 Punkten den letzten Europacup-Platz, die Reds haben als Neunter sechs weniger.

Am Mittwoch muss Liverpool in der dritten Runde des FA-Cups gegen den Viertligisten Exeter City (ab 21 Uhr im LIVETICKER) nachsitzen.

"Die Klopp-Revolution ist ins Wanken geraten", urteilte der Telegraph und stellte eine brisante Frage: "Nur jemand, der anfällig für Hysterie ist, würde fragen, ob Klopp eine gute Wahl für Liverpool ist. Aber ist Liverpool eine gute Wahl für Klopp?" Der Ex-Dortmunder gab selbst die Antwort - mit dem Englisch eines Deutschen: "It's not a wish concert."

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