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München - Liverpools Trainer ist nach dem Ausscheiden im FA-Cup angefressen. Der Schiri bekommt sein Fett weg. Aber auch die eigenen Schützlinge bleiben nicht vor Kritik gefeit.

Die Geschichte des Trainers Jürgen Klopp handelt Zeit seines Lebens auch von seinem angespannten Verhältnis zu Schiedsrichtern.

Der wild fuchtelnde Blondschopf und seine furchteinflößenden Grimassen an der Seitenlinie sind aus seinen Mainzer und Dortmunder Zeiten bekannt, und auch in England bekommt man ihn seit Klopps Dienstantritt beim FC Liverpool zu sehen. 

Die dramatische Last-Minute-Pleite im Wiederholungsspiel im FA Cup gegen West Ham United am Dienstagabend diente Klopp einmal mehr als Bühne für eine Schiri-Schelte. Sein neuestes Opfer: Roger East.

"Sie haben einen Freistoß erhalten ohne Foul. Und wir haben dafür ein Tor bekommen", kommentierte Klopp die entscheidende Szene sarkastisch. 

Es war nicht der einzige Moment, in dem Liverpools Trainer unzufrieden mit dem Referee war. "Es gab einige solcher Situationen, bei denen ich an einem gute Tag sagen würde, es waren lustige Entscheidungen. Ich hätte einige anderes entschieden", fauchte Klopp auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.  

In diesem Punkt war er sich einig mit West Hams Coach Slaven Bilic, der mit Easts Pfiffen ebenfalls "nicht glücklich" war. Der frühere Bundesliga-Profi wollte sich durch die Debatte über die strittigen Spielszenen aber nicht seine Siegerlaune verderben lassen.

"Es ist eine spezielle Nacht, eine der großartigsten in der Geschichte unseres Klubs", schwärmte Bilic nach dem gewonnen Pokalfight. Worte, die sein deutscher Kollegen wohl auch gern gesagt hätte. 

"Für uns läuft es derzeit nicht. Der Trainer im Krankenhaus, Führung verspielt, aus dem FA Cup ausgeschieden - wir haben einen schwierigen Weg zu gehen", meinte Klopp, "aber wenn wir es alle zusammen wollen, können wir aus diesem Spiel viel Positives mitnehmen. Morgen stehen wir wieder auf und die Sonne wird wieder scheinen."

Als Klopp auf den Chancenwucher seines Teams zu sprechen kam, verfinsterte sich nicht nur seine Miene. Es mischt sich auch Selbstkritik zu seinem Schiri-Frust. In Bezug auf Pechvogel Christian Benteke (neun Torschüsse, null Tore) analysierte sein Trainer: "Es ist nicht der schönste Moment in seiner Karriere. Er will treffen und wir brauchen Tore von ihm."

Aus Klopps ernüchternden Worten war zu lesen: Es gab auch andere Faktoren, die Liverpools Niederlage begünstigten. Nicht nur den Schiedsrichter.

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