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Leicester City v Crystal Palace - Premier League
Leicesters Trainer Claudio Ranieri umarmt Torjäger Jamie Vardy © Getty Images

München - Für Leicester City kann der Traum von der Meisterschaft schon in drei Wochen wahr werden. Die "Foxes" wollen die Großen auch auf dem Transfermarkt ausstechen.

Als Claudio Ranieri nach dem Sieg in Sunderland in Richtung der mitgereisten Fans ging, hatte der Trainer von Leicester City Tränen in den Augen.

"Ich möchte mich bei allen bedanken, die gekommen sind", sagte Ranieri nach dem 2:0-Sieg, der sein Team der großen Sensation ein weiteres Stück näher gebracht hatte.

Die Tränen seien ihm gekommen, weil er vor dem Spiel aus dem Bus heraus eine alte Dame im blauen Leicester-Trikot gesehen habe, gab der Italiener zu. Der Anblick dieses Fans habe ihn sehr berührt.

"Wir müssen kämpfen und kämpfen"

"Was ich fühle, ist schwer in Worte zu fassen", sagte Ranieri: "Die Fans träumen - und wir wollen träumen."

Die Leicester-Anhänger können kaum glauben, was mit ihrem Team passiert.

Mit sieben Punkten Vorsprung bei fünf ausstehenden Spielen führt Leicester die Tabelle vor Tottenham Hotspur an. Aus den letzten fünf Spielen brauchen die "Foxes" noch neun Punkte zum Gewinn der Meisterschaft.

"Niemand hätte je geglaubt, dass wir irgendwann einmal in dieser Position sein würden", sagte Ranieri, "aber jetzt müssen wir kämpfen und kämpfen."

Kein leichtes Restprogramm

Durch Manchester Uniteds Pleite bei Tottenham ist Platz vier und damit die Teilnahme an der Qualifikation zur Champions League sicher.

Das Restprogramm hat es allerdings in sich: Am kommenden Wochenende steht das schwere Spiel gegen Champions-League-Aspirant West Ham an, dann warten Swansea City, das Gastspiel bei Manchester United, der FC Everton und zum Abschluss das Auswärtsspiel beim FC Chelsea. Dennoch glaubt kaum jemand, dass Leicester noch strauchelt.

Seit dem 13. Spieltag steht Leicester mindestens auf Platz zwei, seit dem 23. Spieltag ist der seit sieben Spielen ungeschlagene Außenseiter aus den East Midlands Erster. Am Sonntag stellte Leicester mit dem fünften Sieg in Folge einen Vereinsrekord auf.

Vom Drittligisten zum Spitzenklub

Vor acht Jahren spielte Leicester noch in der dritten englischen Liga, vor zwei Jahren stieg der Verein nach zehnjähriger Abwesenheit wieder in die Premier League auf. Die vergangene Saison schloss der Klub als 14. ab.

Im Sommer übernahm Ranieri den Trainerposten von Aufstiegscoach Nigel Pearson. Ranieri hat in seiner langen Karriere schon viel erlebt. Der 64-Jährige war Trainer bei Spitzenklubs wie dem FC Chelsea, Atletico Madrid, Inter Mailand, Juventus Turin und AS Rom. Meister wurde er aber bisher nie.

Letzter Titel vor 16 Jahren

Leicester wurde 1929 englischer Vizemeister und gewann dreimal den Liga-Pokal - zuletzt vor 16 Jahren. Im Fall des Meisterschaftsgewinns werden Straßenzüge nach Jamie Vardy, Robert Huth und Co. benannt.

Dem ehemaligen Leicester-Profi Gary Lineker wurde diese Ehre schon zuteil. Vardy jagt mit 21 Treffern übrigens Linekers Vereinsbestmarke aus der Saison 1984/85 (24 Tore).

Stars wie Vardy oder Riyad Mahrez stehen bei verschiedenen Spitzenklubs auf der Liste, doch das kleine Leicester könnte durch den Meistertitel einen enormen Schub bekommen.

Leicester steigt in Poker um Dembele ein

Die Foxes sind nach Informationen der Times in den Poker um Ousmane Dembele eingestiegen. Den 18-Jährigen von Stade Rennes jagt halb Europa. Barcelona, Bayern, Manchester City, Chelsea oder Arsenal wurden bislang als mögliche Ziele genannt.

Leicester sticht die Großen aus - eine zu Tränen rührende Geschichte steht kurz vor ihrem Happy End.

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