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Leicester City v Southampton - Premier League
Robert Huth (l.) in typischer Pose, Southamptons Jose Fonte hat keine Chance - und einen Ellbogen im Gesicht © Getty Images

München - Robert Huth beeindruckt bei Leicester die gegnerischen Stürmer der Premier League. Einer von ihnen adelt den Deutschen gar als besten Verteidiger.

Der Grund für Leicester Citys Erfolg? Robert Huth. Sagt zumindest einer, der Ahnung haben sollte.

Troy Deeney ist Stürmer und Kapitän des Aufsteigers FC Watford, erlebt mit 27 Jahren seine erste Spielzeit in Englands erster Liga. "Ich habe gegen jede Abwehr in der Premier League in dieser Saison gespielt, und Huth ist der härteste Gegenspieler, den ich getroffen habe", sagt er der BBC.

Gegen Huth macht es keinen Spaß

Huth gehöre zu der Sorte Innenverteidiger, "die dich wissen lassen, dass sie da sind, mit einer Grätsche oder zwei zu Beginn des Spiels". Eigentlich genau die richtige Art für Engländer - doch bei Huth macht das nicht einmal ihnen Spaß.

Dank seiner Schrank-Abwehr steht Leicester dicht vor dem ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte und der größten Überraschung der Premier-League-Ära. Die Mannschaft kassiert im Schnitt nicht einmal ein Gegentor pro Spiel, der drittbeste Wert der Liga.

Mittlerweile ist der Zug mit allen begeisterten Aufspringern schon in voller Fahrt. Iker Casillas schafft auch noch den Anschluss: "Jeder fühlt die Leidenschaft für seinen Verein, aber alle (zumindest ein bisschen) fühlen mit Leicester, als wäre es unser Eigen! UNGLAUBLICH!", schreibt er bei Twitter.

Abwehr bestimmt bei Leicester

Huth und sein Nebenmann, Leicesters Kapitän Wes Morgan, dirigieren dabei die ganze Truppe.

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Deeney erklärt: "Huth ist kein Spieler, der dir auf dem Platz Wörter an den Kopf wirft. In beiden Spielen dieser Saison hat er fast gar nicht mit mir geredet. Aber wenn es darum ging, untereinander zu sprechen, hörte die Leicester-Abwehr das ganze Spiel über nie auf."

Wenn zum Beispiel Mittelfeldmann Danny Drinkwater eine Ansage nicht richtig versteht, lässt er sich ein paar Meter nach hinten fallen und fragt nach. "Das ist einer der Gründe, wieso sie hinten so gut organisiert sind."

Kurz vor dem Titel in der Premier League

Die letzten vier Spiele gewann Leicester jeweils 1:0, so auch vor einem Monat in Watford. Ergebnis sind jetzt schon sieben Punkte Vorsprung an der Spitze.

Die meisten Gegner haben kein Mittel gegen die gnadenlose Defensiv-Taktik von Trainer Claudio Ranieri. Ein weiteres Geheimnis: Die Außenverteidiger Christian Fuchs und Danny Simpson denken vor allem defensiv, im Gegensatz zu vielen Konkurrenten.

Watford v Leicester City - Premier League
Troy Deeney (l.) gegen Leicesters Danny Drinkwater © Getty Images

Die wenigsten Gegner in England haben die spielerischen Mittel, diesen Riegel zu knacken, zumal noch mit Drinkwater und der Sensation dieser Saison, N'Golo Kante davor. Irgendwann verlieren sie dann die Geduld, machen auf und werden ausgekontert.

Er tritt den Ball, er tritt dich

Klingt einfach. Doch dafür braucht man eben einen wie Huth. "Er köpft den Ball, er tritt den Ball, er tritt dich, er tritt alles. Es ist ihm egal, Hauptsache, der Ball geht nicht rein", beschreibt es Deeney.

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Ein weiterer Unterschied zur Konkurrenz: Leicesters Arbeit gegen den Ball konzentriert sich vor allem auf die richtigen Abstände der Spieler untereinander, weniger auf das Verhindern von Flanken in den Strafraum.

Dabei hat kaum ein Stürmer eine Chance, genau wie bei langen, hohen Steilpässen.

Die perfekte Methode mit dieser Art von Spielern.

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