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Jose Mourinho (l.) gibt sich alle Mühe, die Pflöcke zu entfernen, die Louis van Gaal bei ManUnited eingeschlagen hat © SPORT1-Grafik: Philipp Heinemann/Getty Images

Kaum mit dem Training begonnen, baut Trainer Jose Mourinho bei Manchester United um. Und er versucht, den Geist seines Vorgängers Louis van Gaal zu vertreiben.

Gerade einmal eine gute Woche leitet Jose Mourinho das Training bei Manchester United. Doch der portugiesische Star-Coach hat schon vor seiner Ankunft begonnen, im Hintergrund an den neuen Red Devils zu basteln.

Bereits nach seinen ersten Einheiten ist zu erkennen, dass Mourinho vieles umkrempelt. Und den Geist seines Vorgängers Louis van Gaal langsam zu vertreiben versucht.

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Die englischen Medien beobachten Mourinhos erste Schritte genau.

SPORT1 fasst zusammen, was der Teammanager schon in seinen ersten Arbeitstagen geändert hat.

1. Kameras weg

Van Gaal liebte die Kontrolle. Schon beim FC Bayern ließ der Niederländer Kameras am Trainingsplatz installieren. Auch bei United wurden nach seiner Ankunft alle Einheiten gefilmt. Später führte van Gaal den Spielern dann ihre Fehler vor. Die Profis fühlten sich ausspioniert. Mourinho zog die Konsequenzen: Als erste Maßnahme ließ er alle Kameras am Trainingsplatz wieder abmontieren. Er vertraut auf seine eigenen Eindrücke, wenn er auf dem Trainingsplatz steht.

2. Video-Tribunal gestrichen

Ebenfalls verhasst bei den Spielern unter van Gaal: Die Nachbesprechungen am Tag nach jedem Spiel. Der "Tulpen-General" prangerte vor der Videowand jeden taktischen Fehler seiner Profis an. Ein echtes Video-Tribunal. Auch mit dieser Routine bricht Mourinho. Die Nachbesprechungen werden gestrichen.

3. Kumpel statt Lehrer

Schon bei den Bayern wurde van Gaal am Ende auch sein überautoritärer Führungsstil zum Verhängnis. Bei ManUnited konnten die Spieler damit genauso wenig anfangen. Van Gaal sieht sich als Lehrer, die Profis sind seine Schüler und sollen lernen. Mourinho möchte ein neues Verhältnis zu seiner Mannschaft aufbauen. Er will, dass sein Team für ihn durchs Feuer geht. Schon jetzt fängt der Coach an, seine Akteure durch kleine Gesten an sich zu binden. Der englische Mirror zitiert eine Quelle aus dem Umfeld des Teams: "Der Trainer hat die Spieler schon nach ein paar Tagen für sich gewonnen. Es ist wieder Leben auf dem Vereinsgelände eingekehrt."

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4. Geheimtraining im Stadion

Unter van Gaal wirkten die Stars vor allem in Heimspielen oft gehemmt. Mourinho kennt die Atmosphäre im Old Trafford und fürchtet, dass gerade seine jungen Spieler davon eingeschüchtert sein könnten. Deshalb möchte der neue Trainer einige Trainingsspiele im Stadion absolvieren. Hinter verschlossenen Türen. Die Mannschaft soll sich akklimatisieren und sich in der heimischen Arena auch wirklich zuhause fühlen.

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5. Kader wird umgebaut

Mourinho arbeitet fleißig an seiner neuen Truppe für die neue Saison. Superstar Zlatan Ibrahimovic soll für neue Durchschlagskraft und Torgefahr in der Offensive sorgen. Zudem kamen Mittelfeldspieler Henrikh Mkhitaryan aus Dortmund und der Verteidiger Eric Bailly vom FC Villarreal. Mourinhos Königstransfer soll aber Paul Pogba werden. Für den Franzosen ist der Verein bereit, richtig tief in die Tasche zu greifen. Einige Spieler, die vergangenes Jahr nicht überzeugen konnten, werden dagegen gehen müssen. Die Sun berichtet schon von einer Streichliste: Morgan Schneiderlin, Memphis Depay, Juan Mata, Daley Blind, Marcos Rojo sowie Adnan Januzaj sollen angeblich darauf stehen. Und Bastian Schweinsteiger.

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6. Rückennummern

Mourinho ist detailversessen. Sogar über die Rückennummern seiner Spieler denkt er nach. Laut Mirror mag der 53-Jährige keine Trikotnummern über 30. Deshalb sollen sich die Spieler mit höheren Nummern Gedanken darüber machen, ob sie sich auch mit neuen anfreunden könnten. Darunter auch Shootingstar Marcus Rashford, der bisher die 39 trug. Für Schweinsteiger, der seit Jahren mit der 31 aufläuft, soll Mourinho aber eine Ausnahme machen - falls der Deutsche überhaupt bleibt. Aber auch bei den Nummern gilt: Alles ohne Zwang. Kumpel Mourinho eben.

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