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Der frühere Bayern-Spieler Dietmar Hamann kritisiert in einem Interview Arsenal-Trainer Arsene Wenger, Weltmeister Mesut Özil und spricht über Jürgen Klopp.

Entgegen der Forderung vieler Arsenal-Fans hat Trainer-Urgestein Arsene Wenger seinen Vertrag bei den Gunners noch einmal bis 2019 verlängert. Nach den Misserfolgen in den letzten Jahren hatten viele Fans "Wenger out" gefordert.

In einem Interview mit dem Portal Sportbuzzer äußert sich nun der frühere Bayern-Spieler und England-Kenner Dietmar Hamann zum 67-Jährigen: "Er hat seinen Job nur noch, weil er in den vergangenen Jahren einige Male den FA Cup gewonnen hat. Arsenal ist insgesamt aber schon seit Jahren in einer Abwärtsspirale."

(Das Europa-League-Spiel der Gunners gegen den 1. FC Köln zeigt SPORT1 am Donnerstag ab 19 Uhr LIVE im TV)

Auflösungserscheinungen unter Wenger 

Trotz hervorragender Einzelspieler "steht dort schon länger keine Mannschaft mehr auf dem Platz." Dann wird Hamann noch deutlicher: "Man muss es ganz klar sagen: Arsenal zeigt Auflösungserscheinungen unter Wenger. Du kannst Spiele verlieren, aber du kannst nicht - auch wenn es gegen den FC Bayern in der Champions League war - zehn Tore kassieren. Es stimmt hinten und vorne nicht."

Von Wengers Allmacht, seinen Vertrag noch einmal verlängern zu lassen, hält Hamann nichts. "Er hat sich in drei, vier Jahren alles kaputt gemacht, was er in den 20 Jahren zuvor aufgebaut hatte." 

Und auch Weltmeister Mesut Özil nimmt der 44-Jährige ordentlich in die Mangel. Seinen Verbleib bei den Gunners von einem Verbleib des Trainers abhängig gemacht zu haben war "Unsinn. Das geht nicht." Solche Forderungen könne man sich in einem unruhigen Verein nicht erlauben, egal wer man ist. "Özil ist Angestellter von Arsenal - und nicht von Arsene Wenger. Wenn er unzufrieden ist, muss er gehen und das deutlich sagen."

Dietmar Hamann spielte unter anderem für die Bayern, den FC Liverpool und Manchester City
Dietmar Hamann spielte unter anderem für die Bayern, den FC Liverpool und Manchester City © Getty Images

Özil ist nicht Weltklasse

Von Özils spielerischen Fähigkeiten hält Hamann grundsätzlich einiges: "Er ist wunderbar, wenn er ins Rollen kommt, keine Diskussion." Dennoch müsse man Özil "so nehmen, wie er ist." 

Der 44-Jährige glaubt nicht daran, dass sich der Weltmeister in der Zukunft ändern wird. "Man muss sich damit abfinden, dass er zehnmal im Jahr abtaucht. Ein Zidane oder ein Figo haben das nicht gemacht - und da liegt auch der Unterschied zwischen Özil und der absoluten Weltklasse." 

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Klopp muss Final-Fluch besiegen

Kritik hat Hamann auch für Jürgen Klopp und den FC Liverpool übrig. In den vergangenen 18 Monaten verlor Klopp mit den Reds zwei Finals und ein Halbfinale. Dass Klopp in Liverpool bereits auf ein Level mit den Größen der Vergangenheit gehoben wird, versteht der frühere Bayern-Profi nicht: "Eigentlich muss er dafür mit Liverpool erst mal Titel holen. Nur an Titeln wird man dort gemessen."

Den Final-Fluch müsse Klopp deshalb schleunigst brechen. "Ich bin da aber vorsichtig, ob er das schafft. In der Champions League (Liverpool - Sevilla, ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) bestehst du nur, wenn du verteidigen kannst. Das ist die Reifeprüfung. Ich weiß nicht, ob Liverpool dafür gut genug aufgestellt ist", gibt Hamann zu bedenken.

Liverpools Taktik Mannschaften einfach zu überlaufen sei bereits in der Premier League schwer, "in der Champions League aber noch schwieriger. Spektakel allein reicht nicht."
 
  

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