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Shkodran Mustafi wechselte im Sommer 2014 von Sampdoria Genua zum FC Valencia
Shkodran Mustafi wechselte im Sommer 2014 von Sampdoria Genua zum FC Valencia © getty

München und Valencia - Vor der Partie gegen Real Madrid spricht Valencias Shkodran Mustafi bei SPORT1 über das WM-Jahr und seinen neuen Klub.

Shkodran Mustafi kann auf ein ereignisreiches Jahr zurückblicken.

Innerhalb weniger Wochen feierte er Nationalmannschafts-Debüt und Weltmeisterschaft.

Und auf Vereinsebene machte er ebenfalls einen Schritt: Der Verteidiger wechselte von der Serie A in die Primera Division, von Sampdoria Genua zum FC Valencia.

Und dort geht die Erfolgsgeschichte für den 22-Jährigen weiter.

Stammspieler in Valencia

Nachdem er zunächst wegen eines Muskelbündelrisses auf der Bank saß, hat er sich nun als Stammspieler in Valencia etabliert und ist mit seinem Team als Tabellen-Vierter sogar auf Tuchfühlung zum Spitzentrio.

Im Zuge seiner Vorstellung hatte Mustafi betont, dass sich Valencia "vor Real Madrid und dem FC Barcelona nicht verstecken muss."

Den Beweis kann der FC nun antreten, wenn es für Mustafi und Co. gegen Real Madrid und die Weltmeister-Kollegen Sami Khedira und Toni Kroos geht (So., ab 17 Uhr im LIVE-TICKER).

Vor dem Aufeinandertreffen spricht der 22-Jährige bei SPORT1 über den FC Valencia, das WM-Jahr und Kontakt vor dem Duell mit Khedira.

SPORT1: Herr Mustafi, hatten Sie zuletzt eigentlich die Gelegenheit, intensiv über das Jahr 2014 nachzudenken?

Shkodran Mustafi: Dafür war kaum Zeit vorhanden. Es ging ja nach der WM Schlag auf Schlag weiter. Ich musste wieder fit werden. Dann kam auch bald der Wechsel, und deshalb galt die Konzentration erst mal Valencia. Mich zurücklehnen und lange über die Vergangenheit nachdenken konnte ich nicht.

SPORT1: Auch nicht in der kurzen Winterpause?

Mustafi: Ein paar ruhige Minuten gab es schon. Die habe ich aber zuhause genutzt, um meinen Motor mal abzustellen. Um intensiver über die ganzen Erlebnisse nachzudenken, brauche ich schon ein paar mehr freie Tage. Die werde ich dann im Sommer haben.

SPORT1: Bis dahin stehen noch einige Spiele mit dem FC Valencia auf dem Programm. Sie hatten nach dem Wechsel leichte Startprobleme. Nun haben sie 14 Partien in Folge durchgespielt. Haben Sie mit der Entwicklung gerechnet?

Mustafi: Zunächst war ich in der Anfangszeit noch nicht ganz fit. Der Trainer und die Mannschaftsärzte wollten in dieser Phase noch kein Risiko eingehen. So habe ich zunächst auf der Bank gesessen. Deshalb hieß es, weiter hart zu arbeiten. Und dann habe ich am 5. Spieltag meine Chance bekommen und auch genutzt.

SPORT1: Sie haben vorher zweieinhalb Jahre für Sampdoria Genua gespielt. Wo liegen Ihrer Meinung nach die größten Unterschiede zwischen Serie A und Primera Division?

Mustafi: In Spanien herrscht schon ein höheres Tempo. Dafür steht in Italien weiterhin die Taktik im Vordergrund, wodurch das Spiel auch etwas langsamer wird. Ich habe während meiner Zeit in Genua aber unheimlich viel gelernt. Nun geht der Lernprozess in Spanien weiter.

SPORT1: Sie bekommen mit dem Argentinier Enzo Perez nun einen neuen Mitspieler. Vor einem halben Jahr stand der in Rio de Jainero auf dem Rasen und hat das WM-Finale gegen Deutschland verloren. Muss er sich von Ihnen ein paar Sprüche anhören?

Mustafi: Nein, nein. Er befindet sich ja in der gleichen Situation wie ich im Sommer, muss sich im Verein zurechtfinden und den Trainer kennen lernen. Von daher wird keine Zeit bestehen, über die Spiele des vergangenen Sommers zu reden.

SPORT1: Sie haben Ihren aktuellen Trainer angesprochen. Wie lässt sich Nuno Santo charakterisieren?

Mustafi: Er ist ein sehr direkter Typ, der genau weiß, wie er eine junge Truppe führen muss. Das ist nicht immer einfach, wenn man wie er selbst noch sehr jung ist (40 Jahre, Anm. d. Red). Aber unsere Ergebnisse sprechen auch für ihn.

SPORT1: Nach einer Saison im Mittelfeld liegt das Team auf Platz vier. Malaga, der FC Sevilla und Villarreal liegen aber nur knapp dahinter. Was macht Sie zuversichtlich, dass Ihr Team den Champions-League-Platz verteidigt?

Mustafi: Unsere Homogenität ist sicher die große Stärke. Was wir noch verbessern müssen, ist unsere Auswärtsbilanz. Das ist bislang das große Manko. Zuhause läuft es dafür außerordentlich gut.

SPORT1: Nun kommt aber Real Madrid ins Mestalla. Wir kann man deren Serie von 22 Pflichtspielsiegen beenden?

Mustafi: Indem wir uns auf unsere Heimstärke besinnen. Bislang haben wir im eigenen Stadion nur eine Niederlage kassiert. Die gab es gegen den FC Barcelona und war meiner Meinung nach unverdient. Wer bei uns antritt, erlebt eine wilde Truppe, die auf Angriffe setzt. Dann ist es uns auch egal, wie der Gegner heißt. Wir werden auch gegen Real unser Spiel machen wollen.

SPORT1: Gab es im Vorfeld Kontakt zu Toni Kroos und Sami Khedira?

Mustafi: Jetzt standen ja die Feiertage an, da war jeder bei seiner Familie. Mit Sami habe ich kurz gesprochen, aber Zeit, um sich gegenseitig zu ärgern, gab es nicht.

SPORT1: Mit den beiden haben Sie schon das nächste Ziel vor Augen: die EM 2016. Bislang verlief die Qualifikation holprig. Was gibt Hoffnung, dass es 2015 wieder aufwärts geht?

Mustafi: Wir sollten uns nicht mehr lange mit den vergangenen Spielen beschäftigen. Wenn es im März wieder los geht, ist das für uns eine Art Neustart. Dann zählen für uns immer nur die drei Punkte. Was man aber auch nie vergessen darf: Uns wird es nicht einfach gemacht. Jede Mannschaft, die gegen uns antritt, ist sich bewusst, dass sie gegen den Weltmeister spielt. Dann legt sie noch mal zehn Prozent mehr drauf.

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