München - Nach dem Pokalsieg kochen die Wechselgerüchte um Messi weiter hoch. Die Fans pfeifen Enrique aus, der Superstar schweigt.

Video

Nach dem 5:0-Sieg im Pokal gegen Elche war Barcelonas Superstar Lionel Messi schnell verschwunden. Er wollte keine Fragen beantworten.

Sportlich hatte Messi abgeliefert, beim souveränen Sieg seines Teams ein Tor erzielt - und dieses artig den Fans gewidmet. Eben jenen Fans, die zuvor noch Trainer Luis Enrique ausgepfiffen hatten.

Als wollte er sagen: An euch liegt es nicht - und dem Trainer noch eine mitgegeben.

Wildes Gerücht: 600 Millionen schweres Transferpaket

Immer wieder schlagen in diesen Tagen wilde Transfergerüchte um Messi hoch. Die neuste "Exklusivinformation" der britischen "Sun" lautet: 500 Millionen Pfund! Für diese Summe, umgerechnet 600 Millionen Euro, soll Messi bereit sein, zu wechseln.

Das Paket würde die 250 Millionen Euro seiner festgeschriebenen Ablösesumme und den schlappen Rest von 350 Millionen Euro für seinen eigenen Sechsjahresvertrag beinhalten.

Sehr zweifelhaft, dass das irgendjemand zahlen kann.

Macht Abramowitsch Scheine locker?

Topkandidat für einen Wechsel ist angeblich der FC Chelsea, Klubeigner Roman Abramowitsch hat immerhin genügend Scheine in der Tasche und wohl Gefallen am Gedanken des scheinbar Unmöglichen gefunden.

Ex-Teamkollege Cesc Fabregas würde sich in jedem Fall über ein Wiedersehen freuen: "Als Freund und Sportler würde ich liebend gerne wieder mit ihm zusammenspielen", sagte er jüngst dem Radiosender "Onda Cero".

Doch Finanzexperten rechnen vor, dass eigentlich kein Klub die Summe aufbringen könnte ohne die Regeln des Financial Fair Plays zu verletzen und damit eine Transferstrafe in Kauf zu nehmen.

Messis Machtprobe

Was ist also dran? Zelebriert Messi seine Machtposition?

Der Argentinier könnte die Gerüchte mit ein paar einfachen Worten beenden oder zumindest dementieren.

Aber Messi schweigt. So als würde er es drauf ankommen lassen wollen, als suche er die Machtprobe. Oder als erwäge er tatsächlich den Absprung.

Noch immer hallen seine Worte des Spätsommers nach: Er könne sich zwar vorstellen ein Leben lang für Barcelona zu spielen, "aber wenn man mich hier nicht mehr will, habe ich kein Problem damit."

Messi - eine kryptische Figur

Dass Messi nicht zu irgendeinem Preis zu irgendeinem Klub wechselt, ist klar. Aber seine Worte klingen schon so, als wäre er bereit, zumindest darüber nachzudenken.

Messi und Trainer Luis Enrique sind alles andere als gute Freunde, das ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Vorstellbar, dass dieses problematische Verhältnis einen Wechsel zur Folge hat. Wenn nicht Enrique geht, dann eben Messi.

Der Weltstar ist ein empfindliches Gemüt - und durchaus eine kryptische Figur. Wenn ihm etwas nicht passt, posaunt er das nicht gleich nach außen, sondern macht Andeutungen, sendet subtile Signale.

Pep Guardiola war ein Meister deren Entschlüsselung. Luis Enrique scheint das eher nicht zu sein.

Geld baut Fußballdenkmäler

Und auch Geld baut im Fußballgeschäft Denkmäler. Nicht dass Messi es nötig hätte. Sportlich hat er - bis auf einen Weltmeistertitel - alles erreicht. Aber ein Wechselpacket über 600 Millionen Euro wäre wohl auf Jahrzehnte nicht zu überbieten.

Es wäre ein historischer Transfer. Der Transfer.

Und Messi könnte außerdem den doch ziemlich chaotischen Umständen, die Barcelona in diesen Tagen umtreiben.

Auch sportlich ist Barcelona nicht mehr der dominante Verein, der er noch vor vier Jahren war.

Casillas: "Würde Messi nicht unter Vertrag nehmen"

Trainer Enrique war nach der starken Leistung am Donnerstag zwar "sehr, sehr zuversichtlich für die ausstehende Saison" und sein Team ist nach wie vor in allen Wettbewerben aussichtsreich vertreten, dennoch ist Real Madrid mittlerweile die Nummer eins in Spanien, nicht nur beim Blick auf die Tabelle in der Primera Division.

Iker Casillas kommentiert die Gerüchte beim Erzrivalen so: "Ich würde Messi nicht unter Vertrag nehmen." Schlichtweg weil Madrid den 27-Jährigen nicht braucht.

Messi sagt, speziell dazu wie generell, nichts.

So abgedroschen die Phrase auch ist: Manchmal kann ein Schweigen mehr als tausend Worte sagen.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel