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Der Superstar schießt den FC Barcelona zum Sieg bei Atletico Madrid. Barca schnappt sich den Titel und träumt vom Triple. Ronaldo ballert bei Reals Sieg.

Noch zwei Schritte zum Triple: Der FC Barcelona hat den Titelverteidiger Atletico Madrid in dessen Stadion entthront und ist zum 23. Mal spanischer Meister.
Den siebten Meistertitel in der Ära Lionel Messi sicherte Barca am Sonntagabend durch ein 1:0 (0:0) bei Atletico ein Spiel vor Saisonende - der Erzrivale Real Madrid, der noch neun Titel mehr auf dem Konto hat, ist abgehängt.

Der Jubel hielt sich nach dem Siegtor von Messi (65.) in Grenzen, denn der 16. Mai 2015 soll nur der Auftakt goldener Wochen sein: Am 30. Mai kämpfen die Katalanen gegen Athletic Bilbao im Camp Nou um die Copa del Rey, eine Woche später gegen Juventus Turin im Berliner Olympiastadion um den Henkelpott der Champions League. "Jetzt müssen wir es zu Ende bringen", sagte Trainer Luis Enrique.

Der langjährige Nationalspieler könnte dem heutigen Bayern-Trainer Pep Guardiola folgen, der ebenfalls in seiner Premierensaison 2009 das Triple mit Barcelona geholt hatte.

Zu verdanken hat Barca das vor allem seinem "Wundersturm", den auch der FC Bayern im Champions-League-Halbfinale nicht hatte entzaubern können: Messi, Neymar und Luis Suarez lassen ihre Gegner erzittern.

Ronaldo schon bei 45 Treffern

In der Primera Division war das Trio für 79 der 108 Treffer verantwortlich, mit dem Löwenanteil für Messi (41/Neymar: 22/Suarez: 16). Ganze 19-mal wurde die Abwehr um Gerard Pique überwunden.

Nur Cristiano Ronaldo liegt im alljährlichen Wettschießen der Superstars um die Torjägerkanone vor Messi: Beim 4:1 (0:0) bei Espanyol Barcelona erzielte der Portugiese seine Saisontore 43 bis 45 (60./83./89.). Zudem bereitete der Weltfußballer den Siegtreffer von Marcelo vor (79.).

Unwiderstehliches Sturmtrio

Lionel Messi, 27, ist bei Barca der unumstrittene Anführer. Er ist Wegbereiter, genialer Rhythmus- und Passgeber und Vollstrecker.

Neymar ist der geniale Individualist, Luis Suarez hat sich als Teamplayer erwiesen, der nicht nur im Rückspiel gegen die Bayern für Neymar auflegte. Entsprechend wird Luis Enrique ein recht geringer Anteil am Erfolg zugeschrieben. Der Trainer moderiert die Saison unspektakulär.

Im Estadio Vicente Calderon hatte Messi in der ersten Halbzeit nur knapp die Führung verpasst. Mit einem Freistoß traf der Vizeweltmeister die Latte (34.). Beim Siegtor spielte Messi mit Pedro Doppelpass und ließ Torwart Jan Oblak keine Chance.   

Gericht verbietet Streik

Dass am Sonntag überhaupt gespielt wurde, hatte sich erst drei Tage zuvor entschieden. Am Donnerstag verbot ein Gericht dem spanischen Fußballverband RFEF und der Spielergewerkschaft AFE, den Spielbetrieb im nationalen Profifußball auszusetzen.

Im Urteil wurde quasi mit der nationalen Sicherheit argumentiert: Ein Streik hätte demnach ein "ernsthaftes organisatorisches Chaos" in Spanien ausgelöst.
Verband und Gewerkschaft hatten den Ausstand angekündigt, nachdem die spanische Regierung und der Ligaverband LFP beschlossen hatten, die TV-Rechte in Spanien zur Saison 2016/17 erstmals zentral vermarkten zu lassen.

Der Verband kritisiert an der neuen Regelung die ungleiche Verteilung der Gelder zwischen der ersten und zweiten Liga (90:10 Prozent). Zudem fordert die Spielergewerkschaft eine Beteiligung von einem Prozent.

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