vergrößernverkleinern
FBL-ESP-LIGA-REALMADRID-VALENCIA
Cristiano Ronaldo machte den FC Barcelona mit seinem verschossenen Elfmeter gegen den FC Valencia quasi zum Meister © Getty Images

Ein verschossener Elfer von Ronaldo macht Barca quasi zum Meister, aber Trainer Enrique denkt nur an den FC Bayern. Real-Coach Ancelotti droht eine Sperre.

Als Real MadridsCristiano Ronaldo dem FC Barcelona die spanische Meisterschaft durch seinen verschossenen Elfmeter gegen Valencia praktisch auf dem Silbertablett überreichte, war Luis Enrique mit den Gedanken schon beim FC Bayern.

"Wir werden leiden in München, daran hab ich keinen Zweifel", sagte der Coach der Katalanen mit Blick auf das Halbfinal-Rückspiel in der Champions League am Dienstag (20.15 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm u. LIVETICKER).

Porto als Warnung für Barcelona

Trotz des deutlichen 3:0-Vorsprungs verwunderte der 45-Jährige zudem mit der Feststellung: "Das Duell ist noch nicht entschieden, es sieht noch nicht einmal gut aus für uns. Man muss doch nur sehen, wie sie gegen Porto gespielt haben."

Lionel Messi, Neymar, Luis Suarez und Co. könnten nach Enriques Ansicht noch ins Wanken geraten, weil sich Pep Guardiolas Mannschaft "auf einem einzigartigen Niveau" befinde.

Seine Spieler kümmerte das kaum, sie stimmten in der Kabine Freudengesänge auf den nun beinahe feststehenden 23. Meistertitel an.

Ronaldo vergeigt folgenschwer

Mit einem 2:0 (0:0) gegen Real Sociedad San Sebastian hatte Barca zunächst seine Pflicht erfüllt, bevor die Königlichen beim 2:2 (0:2) gegen den FC Valencia patzten - allen voran der sonst so treffsichere Weltfußballer.

Ronaldo ließ einen Elfmeter ungenutzt (45.), es war letztlich das eine Tor, das fehlte, um die Liga offenzuhalten.

Kroos gibt nach Verletzung Entwarnung

Und es blieb vor dem zweiten Halbfinal-Duell mit Juventus Turin am Mittwoch (Hinspiel: 1:2) nicht die einzige schlechte Nachricht für Real, denn schon Mitte der ersten Halbzeit musste Toni Kroos (25.) aus dem Spiel.

In der Anfangsphase hatte der Weltmeister einen Schlag gegen die Hüfte erhalten, der offenbar muskuläre Probleme zur Folge hatte. Am Sonntag wurde Kroos in der Klinik Sanitas La Moraleja untersucht, und gab anschließend Entwarnung. "Macht euch keine Sorgen", twitterte Kroos.

Zurückkehren soll für die geplante Aufholjagd zudem Karim Benzema. Der Franzose fehlte zuletzt einige Wochen.

Real im Pech

Madrid hatte gegen Valencia mit Weltmeister Shkodran Mustafi auch Pech, traf dreimal den Pfosten und wurde für seinen Kampf gelobt. "Adios mit Herz", titelte Marca - aber Eindruck hinterließen eher die erneuten Pfiffe gegen "San" Iker Casillas.

Edel-Fan Rafael Nadal verteidigte den Torwart sogar öffentlich, der sich laut eines Lippenlesers entrüstet über die Buhrufe gezeigt haben soll.

Ancelotti droht Sperre

Wie schwer Real der bei noch zwei Spielen und vier Punkten Rückstand fast sichere Verlust des Ligatitels traf, zeigte auch die Reaktion von Trainer Carlo Ancelotti.

Hämisch klatschend zog er am Schiedsrichtergespann vorbei und muss jetzt mit einer Sperre rechnen.

Die Leistung sah der Italiener positiv, obwohl die Tore von Pepe (56.) und Isco (84.) nicht genügten, auch weil Valencias Torwart Diego Alves gegen Ronaldo bereits den 16. Strafstoß seiner Laufbahn parierte - bei 37 Anläufen eine stolze Quote.

"Wenn wir so spielen, müssten wir nach Berlin kommen", sagte Ancelotti mit Blick auf das Champions-League-Finale am 6. Juni.

Traumtor von Pedro

Barca ist da schon fast, daran ändern auch Enriques Bedenken nichts. Zum designierten Meister machten die Katalanen Neymar (51.) mit seinem 50. Treffer für die Blaugrana und Pedro (85.) mit einem Traumtor per Fallrückzieher.

Barca dürfe sich als Champion fühlen, schrieb AS aus Madrid, und Sport aus Barcelona druckte gleich den Meisterpokal auf die Titelseite: "Quasi Meister".

Selbst Enrique lehnte sich vergleichsweise weit aus dem Fenster: "Das waren Big Points", sagte er.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel