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München - Nach der Trennung von Carlo Ancelotti ist Real auf Trainersuche. Präsident Perez kündigt eine baldige Entscheidung an. Die Fans wollen Jürgen Klopp, doch ein Berater weiß mehr.

Für die Fans ist die Trainer-Frage bei Real Madrid eine klare Angelegenheit.

44 Prozent der Real-Anhänger stimmten bei einer Marca-Umfrage für Jürgen Klopp als Nachfolger des geschassten Carlo Ancelotti.

Eine titellose Saison unter dem Italiener war Klubpräsident Florentino Perez zu viel. Der schwerreiche Bau-Unternehmer verkündete am Montagabend die Trennung von Ancelotti. Der Decima, dem langersehnten zehnten Champions-League-Titel aus dem Vorjahr zum Trotz musste auch der neunte Trainer in zwölf Jahren Perez gehen.

Selbst Ancelottis blendendes Verhältnis zu Cristiano Ronaldo, der sich für einen Verbleib des Italieners ausgesprochen hatte, rettete ihm den Job nicht mehr. Nun wolle sich der Italiener zunächst eine Auszeit gönnen.

"Benitez zu 99 Prozent Trainer bei Real"

Als aussichtsreichster Nachfolger gilt nun Rafael Benitez. Der Spanier spielte einst selbst für die Reservemannschaft der Königlichen und begann seine Trainerlaufbahn 1989 als Jugendcoach beim spanischen Renommierklub.

Sein derzeitiger Vertrag beim SSC Neapel läuft am Saisonende aus. Ancelottis Berater Ernesto Bronzetti nahm bei Rai Sport kein Blatt vor den Mund: "Rafa Benítez wird zu 99 Prozent Trainer von Real Madrid."

Perez trat dagegen auf die Bremse und bat um einige Tage Geduld. "Den neuen Trainer werden wir in der kommenden Woche bekanntgeben", kündigte der Präsident an.

Spanisch als K.o.-Kriterium

Auch das spricht für Benitez. Denn dem steht am Wochenende mit Neapel noch ein Endspiel um die Champions-League-Teilnahme gegen Lazio Rom bevor. Ein verkündeter Benitez-Abgang unter der Woche käme für den Klub zur Unzeit.

Und Klopp als Wahl der Fans? Schon die Sprachbarriere könnte zum Ausschlusskriterium werden. "Es wäre gut, wenn der neue Trainer Spanisch spräche", grenzte Perez die Kandidatenliste ein.

Klopp glänzte nach dem letzten Spieltag zwar mit dem spanischen Satz "Una cerveza, por favor" (Ein Bier, bitte). Für taktische Anweisungen könnte das aber zu wenig sein.

Emery mit einem Haken

ACF Fiorentina v FC Sevilla - UEFA Europa League: Semi Final
Unai Emery ist Trainer des FC Sevilla © Getty Images

Außenseiterchancen hat Unai Emery, der den FC Sevilla ins Finale der Europa League geführt hat.  Der steht jedoch noch ein Jahr bei den Andalusiern unter Vertrag und hätte als Baske nicht die besten Karten beim spanisch-zentralistischen Anhang in Madrid.

Erst im April stand der baskische Eibar-Coach Gaizka Garitano im Mittelpunkt eines Eklats: Nachdem sich Journalisten beschwerten, als er Fragen auf einer Pressekonferenz auf Baskisch beantwortete, verließ Garitano kurzerhand den Saal und wurde später für seine Konsequenz unter anderem von den Barca-Ikonen Pep Guardiola und Luis Enrique gelobt.

Konfliktpotenzial, dem Perez wohl lieber aus dem Weg geht.

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