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München - Auf der Suche nach einem neuen Trainer sind die Aktien des BVB-Coachs in Madrid wohl gefallen. Mangels Alternativen könnte Carlo Ancelotti nun doch im Amt bleiben.

Die berüchtigten Mechanismen des Fußballgeschäfts sind bei Real Madrid beinahe unvermeidliche Reflexe. Nach dem bitteren Aus in der Champions League schien die Trennung von Trainer Carlo Ancelotti daher besiegelt.

Sofort geisterten die Namen möglicher Nachfolger um das Bernabeu-Stadion, darunter auch Borussia Dortmunds ab Sommer verfügbarer Coach Jürgen Klopp.

Nun könnte aber doch alles ganz anders kommen. Denn mangels überzeugender Alternativen denken die Verantwortlichen momentan wohl intensiver darüber nach, mit Ancelotti weiterzumachen.

Real Madrid v Borussia Dortmund - UEFA Champions League Quarter Final
Jürgen Klopps (l.) Aktien bei Real Madrid scheinen zu fallen - Carlo Ancelotti könnte deshalb doch im Amt bleiben © Getty Images

Interesse an Klopp abgekühlt

Nach Informationen der Tageszeitung El Pais sollen die Königlichen zwar schon seit Monaten den Trainermarkt sondieren und dabei zwischenzeitlich unter anderem mit Ex-Coach Jose Mourinho (FC Chelsea) und Julen Lopetegui (FC Porto) gesprochen haben, der absolute Topkandidat sei zunächst aber Klopp gewesen. 

Bis vor einigen Wochen noch habe es immer wieder Kontakt zum BVB-Trainer gegeben, schreibt das Blatt. Mittlerweile zweifle die Vereinsführung aber zunehmend am Format des 47-Jährigen - vor allem an seiner Fähigkeit, sich an das schwierige Umfeld des Weltklubs anzupassen.

Dass der aufbrausende "Pöhler" den Trainingsanzug dauerhaft ablegen, sein Temperament in den Griff kriegen und in Spanien damit zum Gentleman an der Seitenlinie avancieren würde, kann man sich anscheinend kaum vorstellen. Das anfängliche Interesse soll darum abgekühlt sein.

Zidane braucht noch Zeit

Mit Zinedine Zidane hingegen hätte Real eigentlich bereits einen vielversprechenden Mann in den eigenen Reihen, der sich nicht nur bestens in Madrid auskennt, sondern auch den erhofften Glamourfaktor mitbringt.

Der ehemalige Mittelfeldstar, der bislang die zweite Mannschaft betreut, hat in Präsident Florentino Perez zudem einen mächtigen Fürsprecher, soll nach dessen Wunsch allerdings auch behutsam aufgebaut und nicht vorschnell verheizt werden.

Zinedine Zidane führte Frankreich 1998 zum WM-Titel
Zinedine Zidane ist seit dieser Saison Trainer von Real Madrid Castilla © Getty Images

Angesichts des gerade erst verpassten Aufstiegs der "Castilla" in die Zweite Liga dürfte die Zeit für diese interne Lösung deshalb eher noch nicht gekommen sein.

Spieler und Fans pro Ancelotti

Also darf Ancelotti, dessen Vertrag noch bis 2016 läuft, womöglich doch noch länger bleiben. Immerhin hat es der Italiener in den vergangenen zwei Jahren geschafft, aus dem einst schier untrainierbaren Starensemble eine ebenso homogene wie erfolgreiche Mannschaft zu formen.

Sein Verhältnis zu den Spielern gilt als ausgezeichnet - nicht umsonst stellten sich nach dem Scheitern gegen Juventus Turin diverse Stars demonstrativ hinter ihn.

Auch unter den Anhängern der Madrilenen genießt der 55-Jährige nach wie vor großes Ansehen. In Umfragen der beiden großen Sportzeitungen Marca und AS sprachen sich 59 beziehungsweise 63 Prozent der Fans für seinen Verbleib aus.

Ancelotti selbst würde eigentlich "gerne bleiben" - doch entschieden ist noch nichts.

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