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Sergio Ramos (l.) und Bastian Schweinsteiger (r.) werden mit ManUnited in Verbindung gebracht, Angel Di Maria wird die Red Devils wohl verlassen © SPORT1

München - Das Transfer-Epos des Sommers: Sergio Ramos hat keine Lust mehr auf Real Madrid, Real Madrid hat keine Lust mehr auf Sergio Ramos. Das interessiert auch viele in München und Manchester.

Ein Haufen Geld hindert Sergio Ramos daran, mehr Geld zu verdienen. Zumindest im Moment.

Neben der Frage nach Paul Pogbas neuem Verein ist der sich anbahnende Deal zwischen Real Madrid und Manchester United das Transferepos des Sommers 2015. Auch der FC Bayern spielt mit in diesem teuren Dreieck.

Klappt das eine gigantische Tauschgeschäft mit Ramos, hat das Auswirkungen auf das andere mit Bastian Schweinsteiger - und umgekehrt. Bald schon rasen die Millionen wohl als blinkender Kreisel durch Europa.

Real lässt Ramos wohl gehen

Beginnen wir in Spanien. Ramos und Real haben sich komplett verkracht. Der aktuelle Stand: Die Madrilenen haben es in der Hand. Ramos will weg, sagte das am Mittwoch auch Geschäftsführer Jose Angel Sanchez bei einem Treffen. In seinem noch zwei Jahre laufenden Vertrag steht aber eine festgeschriebene Ablösesumme, die Rede ist von 180 bis 200 Millionen Euro. (SERVICE: Transfer-Ticker)

Nach dem jüngsten Gespräch pochte Real aber nicht mehr wie bisher auf diese Klausel. Bei einem zufriedenstellenden Angebot darf Ramos gehen.

Noch im Januar war alles in Ordnung. Dann verlangte Ramos laut Marca für die Verlängerung seines Vertrags ein Jahresgehalt von zehn Millionen Euro netto, wollte in die gleiche Kategorie wie James Rodriguez, Karmin Benzema und Gareth Bale. Präsident Florentino Perez lehnte ab.

Seitdem ist Ramos beleidigt, fühlt sich nicht wertgeschätzt nach zehn Jahren mit zehn Titeln in Madrid.

Präsident macht Stimmung gegen Ramos

Perez ließ seine Adjutanten der Presse eine Geschichte vom gierigen und treulosen Ramos erzählen. Seit Wochen ist der Innenverteidiger deshalb auch bei den Fans immer unbeliebter.

Er selbst sagt nur, er wäre "entspannt" angesichts der aktuellen Lage. Ansonsten schweigt er. Verschiedene Medien in Spanien berichten aber, er sei tief getroffen von den Anschuldigungen. Außerdem ließ Perez es zu, dass Barcelonas Präsidentschaftskandidat Jordi Majo mit Ramos Wahlkampf machte. Majo behauptete, der 29-Jährige sei ihm über einen Mittelsmann von dessen Bruder und gleichzeitig Berater angeboten worden.

Ramos fürchtet üblen Abgang

Am liebsten wäre Ramos, der Zoff ließe sich doch noch beilegen. Er fürchtet ein Schicksal wie das von Iker Casillas: in Rekordzeit von einer Ikone zum Vogelfreien, mit unrühmlichem Abgang.

Wahrscheinlicher ist aber eine Trennung im Bösen. Auch Mesut Özil und Angel Di Maria prallten mit Gehaltsforderungen an Perez ab.

Zoff schon zu Mourinhos Zeiten

Dabei können sich Ramos und Perez schon seit den Zeiten Jose Mourinhos als Trainer in Madrid nicht leiden. Damals machte Ramos massiv Stimmung gegen den Portugiesen und erpresste den Präsidenten: Entweder Mourinho fliegt oder die Mannschaft meutert.

Angesichts seiner Klausel kann Ramos nur auf einen Deal hoffen, der genau damit vereinbar ist. Und genau hier kommt Manchester United ins Spiel.

De Gea plus 30 Millionen

Dessen Torhüter David de Gea erzählt schon lange frei heraus, er wünsche sich einen Wechsel zu Real. Eine mögliche Lösung: United lässt de Gea gehen und legt noch 30 Millionen drauf, dafür geht Ramos nach England. So erzählt es As. Dort wurden ihm elf Millionen pro Jahr angeboten.

Die Bayern waren im April bereits an Ramos dran, sollen seinen Bruder und Berater Rene Ramos kontaktiert haben. Damals wurde es nichts mit einem Transfer, jetzt sind die Voraussetzungen aber ganz andere. Und Bayerns Trainer Pep Guardiola ist bekanntermaßen ein großer Anhänger seines Landsmanns.

Verhandlungen ziehen sich

So oder so wird sich die Sache noch hinziehen. Ein derart gigantisches Geschäft braucht Zeit, beiden Vereinen und beiden Spielern stehen noch harte Verhandlungen bevor.

Das Ergebnis hängt auch von Bastian Schweinsteiger ab: Geht er im Tausch mit Angel Di Maria zu United, wie es einige Medien voraussehen, bekommt die Sache eine neue Dynamik. Die Frage ist: Welcher Transfer hat Priorität in München und Manchester?

Ramos bringt Anwalt in Stellung

Bis dahin kann Ramos nur warten und muss all das ertragen, was in Spanien über ihm ausgekübelt wird. Neulich wurde er in Madrid gesichtet, wie er zusammen mit seinem Bruder das Büro seines Anwalts verließ. Er bereitet seinen Abgang vor, so gut es eben geht.

So wahrscheinlich ein Transfer auch ist: Ohne eine Aussprache mit Perez wird Ramos wohl kaum sein Glück finden.

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