vergrößernverkleinern
Toni Kroos wechselte 2014 für eine Ablöse von rund 30 Millionen Euro vom FC Bayern nach Madrid
Toni Kroos wechselte 2014 für eine Ablöse von rund 30 Millionen Euro vom FC Bayern nach Madrid © imago

München - Vor dem Saisonstart der internationalen Ligen blickt SPORT1 auf die deutschen Legionäre. Heute: Passmaschine Toni Kroos bei den "Königlichen" von Real Madrid.

Viel Rampenlicht bleibt bei Real Madrid meist nicht übrig für Toni Kroos.

Die Offensiv-Granden Gareth Bale und vor allem Weltfußballer Cristiano Ronaldo sind die gefeierten Stars und voll im Fokus.

Im Sommer ging es bei den "Königlichen" auch eher um den neuen Coach Rafa Benitez, das Theater um den Jetzt-doch-nicht-Wechsel von Sergio Ramos oder um die andauernden Gerüchte über einen Abgang von Karim Benzema.

Kroos bleibt bei all dem Trubel eher im Hintergrund. Auf dem Feld ist er trotzdem enorm wichtig und ein Schlüssel zum Erfolg. (SERVICE: Der Spielplan der Primera Division)

Was ist neu bei Real Madrid?

Trainer Carlo Ancelotti wurde trotz "la decima" vor die Tür gesetzt. Der Kredit des Champions-League-Sieges von 2014 war mit der verpassten Meisterschaft 2015 hinter Erzrivale FC Barcelona, Halbfinal-Aus in der Königsklasse und Achtelfinal-Aus im Pokal gegen Atletico schnell aufgebraucht.

Jetzt darf Rafael Benitez sein Glück auf dem Schleudersitz der "Königlichen" versuchen.

Auch die demontierte Klubikone Iker Casillas ist weg, neu dafür Keeper Kiko Casilla für sechs Millionen von Espanyol Barcelona.

Den ganz großen Kracher haben die Madrilenen in diesem Transfersommer nicht gelandet - und trotzdem kräftig Geld ausgegeben: Rechtsverteidiger Danilo vom FC Porto (32 Millionen Euro) und Mittelfeldspieler Mateo Kovacic von Inter Mailand (35 Mio.) sollen der Defensive mehr Stabilität geben.

Weltmeister Sami Khedira ist nach langem Reservistendasein endgültig weg, mit "Chicharito" Javier Hernandez verliert Real nach Leih-Ende einen wertvollen Stürmer an Manchester United.

Welche Rolle spielt Toni Kroos?

Der Weltmeister aus Deutschland wird auch unter Benitez eine ganz zentrale Rolle spielen und absoluter Stammspieler sein.

Gemeinsam mit Luca Modric soll Passmaschine Kroos das Spiel am Laufen halten und die unglaublichen Offensivwaffen Ronaldo, Bale und Benzema mit Bällen füttern - wenig spektakulär, aber zuverlässig wie ein Uhrwerk.

Satte 55 Pflichtspiele hat Kroos in der letzten Saison bestritten, fast immer über die komplette Distanz.

Auch wenn er mit insgesamt zwei Toren und 15 Vorlagen keine Monsterzahlen auflegt, erfüllt er als Strippenzieher hinter den Ballermännern eine enorm wichtige Funktion für Real und wird von der Presse für seine astronomische Passquote gefeiert.

Was kann das Team erreichen?

Bei Real müssen immer Titel her, nach einer Saison komplett ohne Trophäe ist der Druck größer den je. Gerade in der Meisterschaft liegt der letzte Triumph von 2012 schon ein paar Jährchen zurück – zu oft hat zuletzt Erzfeind FC Barcelona oder gar Lokalrivale Atletico gefeiert.

Gerade Barca ist aber trotz "Transferverbot" alleine durch die Achse Messi-Neymar-Suarez wieder bärenstark, im Winter darf dann auch noch Neuzugang Arda Turan eingreifen. Die Primera Division wird wieder ein ganz enges Rennen und Real liegt dabei nicht unbedingt auf der Pole-Position.

Auch auf europäischem Parkett zählen die "Königlichen" nach wie vor zu den Topteams, dem aber nicht zuletzt im Halbfinale gegen Juventus Turin aufgezeigt wurde, dass in der Champions League alles zusammenkommen muss.

Vom Triumph auf ganzer Breite bis zum zweiten titellosen Jahr in Serie ist also alles drin.

Los geht es für Kroos und die "Königlichen" am Sonntag gegen Sporting Gijon (ab 20 Uhr im LIVETICKER).

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel