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FC Barcelona verliert beim FC Sevilla
Luis Suarez (l.) und Neymar (r.) können die Pleite in Sevilla nicht fassen © Getty Images

In einem aberwitzigen Spiel mit fünf Pfostentreffern kassiert der FC Barcelona beim FC Sevilla bereits die zweite Liga-Pleite und legt den schwächsten Saisonstart seit zwölf Jahren hin.

"Malditos postes", "verdammte Pfosten" also - Spaniens älteste Sportzeitung Mundo Deportivo brachte es auf ihrer Titelseite auf den Punkt.

Gleich fünf (!) Mal trafen die erfolgsverwöhnten Stars des FC Barcelona Pfosten oder Latte, am Ende eines "aberwitzigen Spiels" (El Pais) hieß es beim FC Sevilla 1:2 (0:0). 28 Torschüsse reichten nicht, um den schwächsten Saisonstart seit zwölf Jahren zu verhindern - Barca hat die Aluminium-Allergie.

"Es ist fast unglaublich, dass wir hier mit nur einem Tor wegfahren", sagte Trainer Luis Enrique fassungslos, und übte verhaltene Kritik an seinen Ausnahmekönnern Neymar und Luis Suarez: "Der große Unterschied zwischen einem Star und anderen Spieler ist die Effektivität..."

Slapstick nach Neymar-Freistoß

Die ließ Barca am Samstagnachmittag ohne seinen größten Star Lionel Messi vermissen - und bietet Erzrivale Real Madrid die Gelegenheit, im Derby bei Atletico am Sonntagabend vorbeizuziehen.

Symptomatisch für das Pech des Champions-League-Siegers war die 23. Minute: Neymar setzte einen Freistoß an den rechten Pfosten, von wo der Ball an den Kopf von Torwart Sergio Rico und erneut an den Pfosten sprang.

Dann kullerte das Spielgerät zum linken Pfosten, ehe Suarez es dort aus spitzem Winkel erneut einem Aluminium-Test unterzog. Der Uruguayer mit einem Schlenzer ans Lattenkreuz (38.) und Sandro Ramirez mit einem Schuss an den linken Pfosten (79.) rundeten Barcas Slapstick-Fußball ab.

Presse knöpft sich Barca-Abwehr vor

"Zu viel Pfosten", titelte Sport aus Barcelona lapidar, Mundo Deportivo fügte martialischer hinzu: "Barca zerschmettert drei Punkte an den Pfosten". Neymars verwandelter Handelfmeter (74.) reichte nicht mehr, Michael Krohn-Dehli (52.) und Vicente Iborra (58.) per Fallrückzieher bescherten Sevilla den ersten Heimsieg gegen Barca seit 2007.

Der genesene Liga-Torhüter Claudio Bravo, der Marc-Andre ter Stegen verdrängte, war an beiden Gegentoren schuldlos. "Nein, es ist nicht allein ein Problem des Torhüters. Bravo kehrte zurück, aber nichts hat sich geändert", schrieb El Periodico nach der dritten Niederlage im zwölften Pflichtspiel der Saison.

Barca habe "ohne Abwehr" gespielt, monierte auch Sport, und übte heftige Kritik am Abwehrzentrum um Pique und Jeremy Mathieu. Ohne Messi, kommentierte Marca aus Madrid genüsslich, "gibt es kein Paradies". Luis Enrique meinte jedoch, die mangelnde Effektivität sei "schon seit Saisonbeginn" ein Problem.

Magisches Dreieck mit Ladehemmungen

Die Statistik belegt das: Barcelonas berühmter "Dreizack" im Angriff brachte es auf bislang 16 Treffer (Barca insgesamt 21); in der vergangenen Saison netzten allein Messi und Neymar - ohne den noch gesperrten Suarez - 20-mal in den ersten zwölf Spielen ein (insgesamt 29 Tore).

Doch Luis Enrique gab sich trotzig: "Das wird sich sicher ändern, daran habe ich nicht den geringsten Zweifel." Auch ohne Messi.

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