Video

München - Rafael Benitez bekommt trotz der Pleite im Clasico vorerst weiter das Vertrauen bei Real Madrid geschenkt. Zinedine Zidane will ihn ohnehin nicht beerben. Carlo Ancelotti könnte sich eine Rückkehr vorstellen - allerdings erst nach der Saison.

Zinedine Zidane hatte gerade den Sieg im Spitzenspiel verpasst, doch Pfiffe gab es keine gegen den Trainer des Reserveteams von Real Madrid.

Ganz anders als am Samstagabend, als Benitez, der Chefcoach der ersten Mannschaft, nach dem 0:4 gegen den FC Barcelona ausgepfiffen worden war (Highlights des Spiels ab 20.50 Uhr in La Liga - das spanische Fußball-Magazin, ab 20.45 Uhr auf SPORT1 +). "Geh endlich!", hatten wütende Fans Benitez hinterher geschrien. 

Sofort wurde Zidane als möglicher Nachfolger gehandelt. Doch der Franzose hegt offenbar keine Ambitionen auf Benitez' Job. "Ich bin Trainer von Castilla. Benitez ist Trainer der ersten Mannschaft - und die Dinge sind gut so", erklärte er am Sonntag.

Mit Reals Reserveteam Castilla spielt der Franzose in der Segunda Division B, der dritten spanischen Liga, und am Wochenende schaffte sein Team im Spitzenspiel gegen Tabellenführer Barakaldo ein 0:0. Er sei "zufrieden mit dem Ergebnis gegen einen schwierigen Gegner", ließ er wissen.

"Ich habe keinerlei Eile"

Doch viel mehr interessierte die Pressevertreter, ob Zidane sich eine Zukunft als Trainer des Madrider Starensembles um Cristiano Ronaldo vorstellen könne. "Die Gegenwart heißt Castilla und so werden wir weitermachen. Ich habe keinerlei Eile", sagte der ehemalige Mittelfeldregisseur. Er habe noch viel zu lernen und wolle, wie in seiner Karriere als Spieler, "Schritt für Schritt" voran gehen.

Die Madrider Sportzeitung Marca hatte am Sonntag behauptet, die Trennung von Benitez sei beschlossene Sache. Es gehe lediglich noch um den Zeitpunkt.

Der ist vorerst noch nicht gekommen. Am Montag sprach Real Benitez das Vertrauen aus - vorerst.

Benitez wird vorgeworfen, er habe ein schlechtes Verhältnis zur Mannschaft und beim 0:4 gegen Barcelona die Spieler quasi nach Preisschild aufgestellt, die der finanzkräftige Präsident Florentino Perez nach Madrid gelotst hatte.

Ancelotti über Rückkehr: "Warum nicht?"

Im Gegensatz zu Zidane kann Carlo Ancelotti eine beeindruckende Vita als Trainer vorweisen. Der Italiener gewann 2014 mit Real Madrid die Champions League und den spanischen Pokal. Im vergangenen Sommer wurde er ein Jahr vor seinem Vertragsende entlassen.

Ob er sich vorstellen könne, in der kommenden Saison zu Real zurückzukehren, wurde Ancelotti am Sonntag vom italienischen Sender Radio1 Rai gefragt. "Warum nicht? Oder auch zu PSG, oder zu Chelsea", antwortete der 56-Jährige. Er habe sich bei allen drei Vereinen sehr wohlgefühlt.

Von 2009 bis 2011 trainierte Ancelotti den FC Chelsea, mit den Londonern gewann er die englische Meisterschaft, Pokal und Supercup. Mit Paris St. Germain wurde der französischer Meister, bevor er nach Madrid wechselte.

Er habe immer gesagt, er wolle "bis zum Ende dieser Saison warten", bevor er einen neuen Job annehme, betonte Ancelotti, "und ich werde meine Entscheidung nicht ändern. Ich habe schon einigen Klubs abgesagt."

Italiener nimmt Benitez in Schutz

Seinen Nachfolger Benitez nahm der Italiener in Schutz. "Mir wurde auch gesagt, ich würde die Spieler von Florentino (Real-Präsident Flortentino Perez, Anm. d. R.) aufstellen. Jeder Trainer stellt die Spieler auf, die er will."

Auch was die angeblichen schlechten Beziehungen zwischen Benitez und den Real-Profis angeht, stärkte er seinem Trainerkollegen den Rücken. "Ich habe vor einer Woche mit Cristiano (Ronaldo) gesprochen, und es ist nicht ein Wort über ein mögliches schlechtes Verhältnis zu Benitez über seine Lippen gekommen."

Die Marca titelte jedoch am Montag "El vestuario no cree en Rafa Benitez" - die Mannschaft glaube nicht an ihren Trainer. Für den Spanier sei es in Madrid eine "mision casi imposible". Eine fast unmögliche Aufgabe.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel