Video

Cristiano Ronaldo wirkt bei Real Madrid zuletzt lustlos. Statt guten Fußball zeigt er einen neuen Film und schürt Wechselspekulationen. Sein Manager meldet sich zu Wort.

Cristiano Ronaldo hat nie an seiner Genialität gezweifelt.

Schon in der Grundschule, als er mit acht Jahren erstmals für einen Amateurklub in Funchal die Fußballschuhe schnürte, war ihm klar: "Ich bin etwas ganz Besonderes".

"Weil die Leute mich mit anderen Augen angeschaut haben", sagt er. "Ich war anders." Anders- und Einzigartigkeit gehen in den großen Erzählungen seit jeher Hand in Hand. Helden sind oft Außenseiter. Ronaldo bemüht diese Storyline jetzt wieder, um seinen neuen Film zu promoten, der gerade in die Kinos gekommen ist.

Natürlich möchte Ronaldo auch so behandelt werden: anders.

Anders als die Anderen. Weil er ja etwas Besonderes ist.

Ronaldo und Benitez - ein belastetes Verhältnis

Was das sportlich bedeutet?

Zuerst einmal, dass der Charakter Ronaldo für jeden Trainer eine Herausforderung darstellt. Das Verhältnis zwischen dem neuen Real-Trainer Rafael Benitez und Ronaldo war von Beginn an belastet.

Benitez wollte Ronaldo kurz nach Amtsantritt nicht als den besten Fußballer der Welt bezeichnen, sondern stellte ihn nur auf eine Stufe mit seinen Teamkollegen Gareth Bale, Karim Benzema und James Rodriguez. Das passte nicht zur Andersartigkeit.

Geht er oder bleibt er?

Jetzt geht es mal wieder um Ronaldos Gemütslage.

PSG-Trainer Laurent Blanc soll er ins Ohr geflüstert haben, er würde gerne nach Paris wechseln. Zuvor hatte er in mehreren Interviews betont: "Ich halte mir alle Optionen offen."

"Nein", sagt dagegen sein Berater Jorge Mendes. "Ich bin mir sicher, dass Ronaldo seine Karriere in Madrid beenden wird." Auch Treuebekundungen hat es vom dreimaligen Weltfußballer schon viele gegeben.

Beide Versionen wechseln sich mit schöner Regelmäßigkeit ab. Jeder kann glauben, was er will. Und die Medien spekulieren.

Ronaldo im Formtief

In jedem Fall aber bedeutet so ein Hin und Her für Real Madrid und den Spieler nichts Gutes. Madrid hat die Tabellenführung in der Primera Division nach der 2:3-Niederlage beim FC Sevilla gerade an Barcelona abgegeben, auch die Auftritte in der Champions League zuletzt waren glanzlos.

Ronaldo selbst ist weit weg von seiner Topform. Als "Statue eines Adonis" verspottete ihn El Mundo, die As kritisierte ihn als "lustlos". Er spiele "unter Protest", sagte Ex-Real-Trainer Jorge Valdano. Protest gegen Trainer Benitez, mutmaßen die spanischen Zeitungen. Und weiter: Ronaldo wolle seinen Abgang provozieren.

Ronaldo soll mit seiner Rolle als zentraler Angreifer unzufrieden sein, möchte auf seiner Lieblingsposition Linksaußen spielen. Perspektivisch heißt der Zwist nichts Gutes, denn klar ist: Madrid braucht den Superstar, um die hohen Ziele in allen Wettbewerben erreichen zu können.

Berater: "Der Beste aller Zeiten"

Benitez nimmt die jüngsten Ereignisse (noch) mit Humor: "Im Training hat Ronaldo heute drei Tore geschossen", sagte er auf der Klubseite des Vereins. "Wenn er so effektiv ist, bin ich gelassen."

Vielleicht sollte sich Benitez das nächste Mal an den Worten von Ronaldos Berater orientieren.

Der sagte nämlich nicht nur etwas zur Zukunft seines Schützlings, sondern auch: "Ronaldo ist der beste Spieler der Welt. Für mich ist er der Beste aller Zeiten. Schon mit 15, 16 Jahren war er der Beste, denn es ist unmöglich, einen Spieler mit seinen Qualitäten zu finden."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel