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München und Zürich - Fast freut sich Cristiano Ronaldo bei der FIFA-Gala mit dem neuen Weltfußballer Lionel Messi. Dafür kracht es mit einem anderen Barca-Star seit Monaten umso heftiger.

Lionel Messi gewinnt und Cristiano Ronaldo lacht. Na gut, er lächelt eher, ist selbst überrascht über diesen Moment der ehrlichen Zuneigung, die er seinen Lippen gestattet.

Es trägt sich zu am Nordufer des Zürichsees, als Messi zu Ronaldo hinunterblickt, seinen fünften Goldenen Ball in Händen: "Dieser Ballon d'Or ist besonders, nachdem ich zwei Jahre lang angesehen habe, wie Cristiano ihn gewonnen hat."

Ronaldo versteht sich zwar als den Besten, Messi stellt diesem Selbstverständnis aber seit Jahren ein Bein. Der Portugiese lässt es mittlerweile zu. Ganz anders als bei einem von Messis Teamkollegen, doch dazu gleich mehr.

Messi vor Ronaldo

"Ich will nicht auf diesem Niveau stehenbleiben, sondern Messi einholen. Ich habe immer gesagt, dass ich als Bester in die Geschichte des Fußballs eingehen will", sagte Ronaldo neulich und gestand so ein: Messi liegt vorne.

Niederlagen wie am Montagabend bei der FIFA-Gala färben weiterhin Ronaldos Galle schwarz, aber er gibt sich mittlerweile Mühe, gelassener auf Messi zu reagieren. "Für mich gibt es keinen Rivalen, die Bedeutung dieses Wortes gibt es nicht. Rivalen gibt es im Krieg, nicht im Fußball", sagte er der BBC.

Er bekommt am Ende wohl ein paar Kapitel im Band der Fußball-Historie mit dem Titel: "Die Jahre des Lionel Messi." Ronaldo reiste schon mit der Gewissheit der Enttäuschung in die Schweiz, gab sich ungewohnt zurückhaltend. Messi führt mit 5:3 Goldenen Bällen.

Respekt vor Messi

Dass Ronaldo, in ein paar Wochen 31, noch einen gewinnt, wird nicht gerade leichter. Vor Messi hat er Respekt, auch weil sich der Argentinier nie über ihn lustig machte.

An Ronaldo enthusiastisch verachtenden Fußballern mangelt es aber nicht. Barcelonas Verteidiger Dani Alves knallt Ronaldo bei jeder Gelegenheit verbal eins.

Wieder Zoff mit Dani Alves

"In der Fußballwelt überrascht mich nichts mehr, aber ich bin nicht einverstanden mit dem Stimmen-Unterschied zwischen Neymar und Ronaldo", sagte er über das Wahl-Ergebnis. "Wenn Messi nicht gewonnen hätte, dann hätte es Neymar sein müssen. Es überrascht mich, dass er nicht Zweiter wurde, aber sie weinen gleich, wenn ich so etwas sage."

Cristiano Ronaldo und Dani Alves begegnen sich © Imago

Mit "sie" meinte er Ronaldo und seine Getreuen bei Real Madrid. Wobei sich Ronaldo noch nie öffentlich über den Brasilianer geäußert hat.

Nach der Preisverleihung sollen beide hinter den Kulissen heftig aneinander geraten sein. Marca berichtet über eine "angespannte Diskussion" - klar ausgedrückt haben sich beide wohl angeschrien.

Welche Wörter genau da zwischen Schampus und Häppchen umherflogen, ist nicht bekannt. Freundlich wird es kaum gewesen sein.

Tore allein reichen nicht

Ronaldo kommt für Alves von Haus aus nicht für den Weltfußballer-Titel in Frage, denn: "Der beste Spieler der Welt sollte jemand sein, der das Spiel beeinflusst, nicht jemand, der nur viele Tore macht."

Schon nach dem letzten Clasico hatte er ausführlich geplaudert. "Ronaldo ist eine zu große Persönlichkeit, ein zu großer Protagonist. Das bedeutet, dass du im Falle eines Sieges im Rampenlicht stehst und in erster Linie über dich gesprochen wird, du im Falle einer Niederlage aber die Verantwortung tragen musst", sagte er.

Nächstes Duell wartet schon

Aber natürlich sei es ihm ganz und gar "egal, was Cristiano macht".

Auf dem Platz sollte sich das wieder ändern. Barcelonas Rechtsverteidiger und Reals Stürmer prallen im Clasico traditionell oft und gerne aufeinander.

Am 3. April wird das zum nächsten Mal im Camp Nou das Spektakel sein. Wenn nicht wieder Messi zum Hauptdarsteller wird.

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