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Zinedine Zidane (2.v.r.) trainierte bisher Reals zweite Mannschaft © SPORT1-Grafik/Getty Images

Der Hype um Zinedine Zidane ist groß - genauso wie die Arbeit, die vor dem neuen Real-Coach liegt. Zunächst muss der Franzose einigen Stars zurück auf die Beine helfen.

Zinedine Zidane benannte auf seiner ersten Pressekonferenz als Trainer von Real Madrid gleich die oberste Priorität: "Ein gutes Verhältnis zur Mannschaft ist fundamental."

Wenn seinem Vorgänger Rafael Benitez etwas fehlte, dann zwischenmenschliche Kommunikation. Viele Spieler waren schnell vom kühlen Benitez genervt und gerieten in ein Formtief. 

Spätestens die 0:4-Heimklatsche im November gegen den FC Barcelona bildete den Anfang der Disharmonie beim spanischen Rekordmeister.

Real-Präsident Florentino Perez hatte nach dem 2:2 beim FC Valencia keine andere Wahl mehr als sich seinen Fehler, den wegen seiner einfühlsamen Art äußerst beliebten Carlo Ancelotti entlassen zu haben, endgültig einzugestehen. 

Zidane soll mit seinem Debüt gegen Deportivo La Coruna (Sa., 20.30 Uhr im Liveticker) die gute Laune nun zurück nach Madrid bringen. Sein großer Vorteil: Er kennt das Team dank seines einjährigen Engagements als Co-Trainer unter Ancelotti nahezu perfekt.

Für einige Stars, die unter Benitez zu Sorgenkindern wurden, gleicht die Beförderung des Franzosen einer Erlösung.

SPORT1 gibt einen Überblick.

Toni Kroos:

Der deutsche Nationalspieler nahm in den Plänen von Benitez zwar eine gewichtige Rolle ein (16 Startelf-Einsätze von 24 möglichen), wusste aber nie an die Form seiner Debüt-Saison bei Real anzuknüpfen.

Als alleiniger Sechser und erster Ballverteiler im 4-3-3 Ancelottis fühlte sich der 26-Jährige wohler als auf der Doppelsechs im 4-2-3-1 dessen Erbens. Die Konsequenz: Die spanische Presse stellte Kroos mehrfach an den Pranger und spekulierte sogar schon über einen potentiellen Wechsel.

Unter Zidane, der ihn vor kurzem in der Sport Bild als "perfekt für Real" lobte, kann es nur bergauf gehen. 

Cristiano Ronaldo: 

25 Tore in 24 Spielen. Die Zahlen des Noch-Weltfußballers lesen sich auch in dieser Saison gut, doch sie täuschen. In den "Big Games", wie beispielsweise gegen Barca, Atletico Madrid oder zuletzt Valencia, blieb der 30-jährige Portugiese torlos und wirkte zuweilen unmotiviert.

Sein Verhältnis zu Benitez war von Anfang an gestört, galt CR7 schließlich als einer der größten Verfechter Ancelottis. "Ich vermisse Carlo sehr", klagte der Superstar Anfang Dezember. Mit dem einstigen Schüler seines Ex-Trainers wird er zufriedener sein als mit Benitez.

Zinedine Zidane und Sergio Ramos
Sergio Ramos und Zinedine Zidane teilten schon als Spieler die Umkleide Reals © Getty Images

Sergio Ramos:

Reals Kapitän hat (auch wegen Schulterproblemen) in dieser Saison Schwierigkeiten, in die richtige Spur zu finden. Nach einem Fehler im Derby gegen Atletico (1:1) übte Benitez öffentlich Kritik an seinem Leader, seitdem standen beide mehr oder weniger auf Kriegsfuß.

"Wenn der Präsident meint, dass Benitez die Lösung ist, dann wird das so sein", sagte der spanische Welt- und Europameister vor dem Jahreswechsel griesgrämig zur Marca, nachdem Florentino Perez dem jetzigen Ex-Coach noch sein vollstes Vertrauen ausgesprochen hatte.

Der Neustart mit seinem Ex-Mitspieler Zidane als Vorgesetzten dürfte Ramos beflügeln. Beide liefen in der Saison 2005/06 gemeinsam im weißen Trikot auf.

James Rodriguez:

In den letzten Monaten wurde es bis auf eine zu schnelle Autofahrt ruhig um den gefeierten WM-Torschützenkönig 2014, für den Real 80 Millionen Euro an den AS Monaco überwiesen hatte. Das lag einerseits an seiner Verletzungsanfälligkeit, andererseits an seiner schlechten Beziehung zu Benitez, der ihm angeblich mangelnde Fitness ankreidete.

Zuletzt musste sich Rodriguez mit einem Bankplatz begnügen. Eine der wichtigsten Aufgaben Zidanes wird es sein, dem kolumbianischen Spielmacher zurück zu alter Stärke zu verhelfen. In seiner Debüt-Saison glänzte Rodriguez noch mit 35 Torbeteiligungen, in dieser sind es bis dato nur neun.

Isco gilt als eines der größten Talente Spaniens
Denkt wegen fehlender Spielzeit schon über einen Wechsel nach: Isco © Getty Images

Isco:

Dem spanischen Mittelfeldakteur ergeht es ähnlich wie Rodriguez. Nach einem Zerwürfnis mit Benitez saß der 23-Jährige in den letzten drei Spielen draußen. Zuvor war er nur als Rotationsspieler zum Einsatz gekommen - zu wenig, um sich ein begehrtes Ticket für den EM-Kader von Vicente del Bosque zu sichern.

Deshalb soll Isco mittlerweile schon darüber nachdenken, im Winter zu wechseln. Manchester City ist stark interessiert, doch die Ankunft Zidanes könnte den Jungstar umstimmen.

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