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Trotz Real Madrids magerem Remis bei Betis Sevilla will der Mittelfeldspieler die Meisterschaft noch nicht abhaken. Der neue Coach Zinedine Zidane macht ihm Hoffnung.

Als die ersten Punktverluste unter Zinedine Zidane besiegelt waren, stemmte Toni Kroos die rechte Hand in die Hüfte und schaute fast eine Minute regungslos in den Abendhimmel von Sevilla.

Im Frust des Momentes wirkte diese Geste schon wie eine Aufgabe im Fernduell mit dem FC Barcelona.

Doch eine halbe Stunde später ging der Weltmeister von Real Madrids schon wieder voran und zeigte Kampfgeist - genau wie er es in den 90 Minuten auf dem Feld getan hatte.

Meisterschaft noch nicht verloren

"Optimal sieht es nicht aus, da müssen wir uns nichts vormachen", sagte der 26-Jährige, der das rettende 1:1 durch Karim Benzema (71.) mit einem Traumpass vorbereitet hatte: "Aber aufgeben wäre Quatsch."

Vier Punkte Rückstand auf den Erzrivalen Barca hat Real nach dem Unentschieden beim Abstiegskandidaten Betis, der auch ohne den verletzten Heiko Westermann und auf die Tribüne verbannten Rafael van der Vaart nach dem Traumtor von Alvaro Cejudo (7.) lange von einer noch größeren Sensation träumen durfte.

Zudem hat der Champions-League-Sieger aus Katalonien noch ein Spiel in der Hinterhand.

Positive Entwicklung unter Zidane

Doch Kroos stützt seinen Optimismus auf zwei Säulen. "Wir haben noch das direkte Duell gegen Barca", betonte er: "Und man kann ja auch sonst immer mal Punkte liegen lassen."

Zudem habe das Team seit der Amtsübernahme des neuen Trainers Zidane - die beiden ersten wurden 5:0 und 5:1 gewonnen - eine positive Entwicklung genommen.

"Wir sind in den letzten drei Spielen auf einem guten Weg", äußerte Kroos und antwortete auf die Frage, ob der dreimalige Weltfußballer dem Team einen Ruck versetzt habe: "Wenn man die Leistungen sieht, kann man das schon so sagen. Man sieht schon einen Unterschied in unserem Spiel."

Kroos überzeugt auch in Sevilla

In Sevilla habe man nach verschlafener Anfangsphase aber nur "in der zweiten Halbzeit ein gutes Spiel und dabei leider nur ein Tor gemacht".

Deshalb lautet Kroos' Fazit auch: "Wir können und werden uns weiter verbessern."

Immerhin: Der Weltmeister war hinter einer schwachen Offensive um Superstar Cristiano Ronaldo neben Luka Modric Reals bester Spieler.

Traumpass vor dem Ausgleich

Dies belegte vor allem sein Traumpass auf James vor dem 1:1 ("Ja, es war eine gute Aktion"), auch wenn dieser dabei leicht im Abseits stand.

"Wenn es Abseits war, war es ausgleichende Gerechtigkeit", meinte Kroos: "Denn wir haben in der 1. Halbzeit einen Elfmeter nicht bekommen."

Zidane schien derweil nach den verschenkten Punkten bei seinem Auswärtsspiel gar nicht zerknirscht.

Zidane trotz Remis zufrieden

Die 90 Minuten hatte er gelassen am Spielfeldrand verfolgt, in der Pressekonferenz wirkte er locker und zwinkerte einem Journalisten sogar zu.

"Ich bin sehr stolz auf das, was die Mannschaft heute geleistet hat", sagte der Franzose ohne einen Anflug von Trotz: "Natürlich ist es negativ, dass wir zwei Punkte verloren haben. Damit haben wir nicht gerechnet. Aber ich habe einige sehr gute Dinge gesehen und bin sicher, dass wir auf dem richtigen Weg sind."

Dies denkt auch Kroos. Und vor allem sorgte er am Sonntag dafür, dass nach Zidanes erstem Rückschlag noch ein Funken Hoffnung bleibt.

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