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FBL-ESP-REALMADRID-TRAINING
Superstars unter sich: Zinedine Zidane (li.) und Cristiano Ronaldo. © Getty Images

Madrid - Unter Zinedine Zidane scheinen die Stars von Real Madrid wieder Spaß am Fußball zu haben. Auch, weil der neue Trainer das Spiel auch einfach mal laufen lässt.

5:0, 5:1. Das ist nicht etwa das Ergebnis eines Tennis-Matches mit leicht abgeänderten Regeln. Sondern die Ergebnisse in den ersten beiden Spielen von Real Madrid, seit Zinedine Zidane dort Trainer ist.

Sicher, Real liegt nach dem 20. Spieltag auf Platz drei, vier Punkte hinter dem Lokalrivalen Atletico Madrid und zwei hinter Erzfeind FC Barcelona, der jedoch ein Spiel weniger absolviert hat. Auch die von der FIFA verhängte Transfersperre wegen Regelverstößen bei der Verpflichtung minderjähriger Spieler trübt ein wenig die Freude.

Spielplan meint es gut mit Zidane

Doch unter Zidane scheint die Spielfreude zurückgekehrt zu sein bei den Real-Stars.

Natürlich meint der Spielplan es gut mit dem früheren Weltfußballer. Nach Deportivo La Coruna und Sporting Gijon folgt am Sonntag (20.30 Uhr im LIVETICKER) mit dem Tabellen-15. Betis Sevilla der dritte dankbar scheinende Gegner für das Starensemble. Aber auch diese Spiele müssen erst einmal so gewonnen werden, wie es Real in den letzten zwei Wochen getan hat.

Zidane lässt das Spiel laufen

Die Herzen der Spieler, die sich am Mittwoch zu einem gemeinsamen Mannschaftsessen trafen, scheint Zidane zudem schon gewonnen zu haben.

"Er gibt uns sehr große Freiheiten auf dem Platz", zitierte die spanische Sport-Tageszeitung Marca einen namentlich nicht genannten Spieler. Dadurch würden die Stars ihre Talente wieder voll entfalten können. Im Gegensatz zu der Zeit unter Ex-Trainer Rafael Benitez würden die Spieler sich nicht mehr in ein - von ihnen oft auch noch als falsch empfundenes - taktisches Korsett gezwängt fühlen. Das habe den Spaß zurückgebracht. Zidane habe eine andere Vorstellung von Fußball, sagte auch Cristiano Ronaldo schon.

Die Marca erinnert Zidanes Herangehensweise dabei an den Trainer, dem Zidane einst als Co-Trainer zuarbeitete: An Bald-Bayer Carlo Ancelotti.

Mit der Ancelotti-Methode zum Erfolg?

Sparsame Gesten, natürliche Autorität

In den ersten zwei Spielen unter Zidane fiel zumindest auf, dass der neue Trainer während des Spiels relativ wenige Anweisungen gibt.

Ähnlich wie Ancelotti ließ er das Spiel meist laufen und ließ seine Stars einfach mal machen. An der Seitenlinie wirkte Zidane wie der Anti-Guardiola. Der Bayern-Coach wirkt ja immer so, als ob er seine Spieler am liebsten fernsteuern würde. Zidane dagegen setzte seine Gesten so sparsam ein wie ein Dirigent, der seinem Symphonieorchester von Weltruhm vertraut. 

Die Spieler scheinen ihm das Vertrauen und die Freiheiten mit taktischer Diszipliniertheit zu danken.

Klingt komisch? War aber schon unter Ancelotti so. Der hatte es gar nicht nötig, während eines Spiels viermal die taktische Grundordnung zu tauschen und seine Spieler auf dem Platz zu verschieben. Die taten nämlich auch so schon, was sie tun mussten.

Außerdem haben sie großen Respekt vor Zidanes außergewöhnlichen Leistungen als Spieler.

Der Coach hat durch seine Vita eine natürliche Autorität. "Sein Charisma ist sehr wichtig für uns. Er ist einer der größten Spieler der Geschichte. Wenn er spricht, hängt jeder von uns an seinen Lippen. Er ist sehr erfahren, hat alles gewonnen als Spieler und ist sehr überzeugend, wenn er mit uns spricht", sagte Spielmacher Luka Modric.

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