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Florentino Perez hat in seinen zwei Amtszeiten bei Real Madrid zehn Trainer verschlissen © SPORT1 Grafik: Getty Images

Florentino Perez versöhnt die Real-Fans mit der Verpflichtung von Zinedine Zidane als Trainer. Der Präsident verschleißt dafür aber erneut einen Coach - das wirkt planlos.

Was in Deutschland an Weihnachten passiert, ist in Spanien bei den „Reyes Magos“ Tradition: Man beschenkt seine Liebsten.

Zwei Tage vor dem Dreikönigstag hat Florentino Perez den Fans von Real Madrid ein ganz besonderes Geschenk bereitet.

Mit der Entlassung des erfolglosen Rafael Benitez und der Beförderung von Zinedine Zidane vom Trainer der Reservemannschaft zum Chefcoach der Profis sorgt der Klubchef wieder für gute Stimmung unter den zuletzt äußerst unzufriedenen Fans.

Doch auch die Strahlkraft eines Zidane kann die Probleme nicht überdecken. Beim ehemals erfolgreichsten Fußballverein des Planeten gibt es schlichtweg keine Kontinuität und kein erkennbares System.

Ein Blick zurück zeigt das Dilemma: In den zwölf Jahren seines Wirkens als Präsident (von 2000 bis 2006 und seit 2009) hat Real sage und schreibe zehn Trainer verschlissen - insgesamt sogar 13!

Vicente Del Bosque musste 2003 gehen, obwohl er 2002 - auch dank Zidane - die Champions League gewann. Der bodenständige Coach war dem Klubboss seinerzeit nicht glamourös genug.

Perez setzte alles auf große Namen, holte nach Zidane und Luis Figo weitere Superstars wie David Beckham, Ronaldo und Michael Owen. Doch die Galaktischen blieben erfolglos, auch weil auf der Trainerbank No Names wie Carlos Queiroz oder Juan Ramon Lopez Caro saßen. Nach drei Jahren ohne Titel trat Perez 2006 zurück.

Drei Jahre später kam er zurück – und machte die selben Fehler wie vorher. Cristiano Ronaldo brachte er quasi als Antrittsgeschenk mit, aber auf der Trainerbank fehlte weiterhin die Kontinuität.

Jose Mourinho ging im Streit, Carlo Ancelotti wurde trotz des Gewinns der Champions League ein Jahr später entlassen.

Mit Benitez holte Perez immerhin mal wieder jemanden, der seine Wurzeln in Madrid und bei Real hat, bei Spielern und Fans allerdings einen schweren Stand hatte. Zidane hat es als lebende Real-Legende womöglich leichter, aber fast keine Erfahrung als Trainer und muss sich erst beweisen.

Der FC Barcelona wurde mit ehemaligen Spielern wie Pep Guardiola und Luis Enrique auf der Bank zum besten Klub der Welt. Barca hat aber auch seit Jahren eine Vereins- und Spielphilosophie. Real Madrid hat keinen Plan, Real hat Florentino Perez. 

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