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Madrid und München - Zinedine Zidane feiert als Coach von Real Madrid einen glanzvollen Einstand. Publikum und Medien zeigen sich plötzlich begeistert, die Maßnahmen des neuen Trainers greifen.

Gelungene Premiere für Zinedine Zidane: Im dunkelblauen Maßanzug und weißen Hemd bestand der dreimalige Weltfußballer seine viel beachtete Premiere als Cheftrainer von Real Madrid mit Bravour.

Mit dem 5:0 (2:0) gegen Deportivo La Coruna sendete der spanische Rekordmeister unter der Führung des 43-jährigen Franzosen im Kampf um die Meisterschaft ein lautes Lebenszeichen - und sorgte nebenbei für einen radikalen Stimmungsumschwung beim verwöhnten Publikum und den kritischen Medien.

Als "magnifico", also wundervoll, pries die Sportzeitung AS die Leistung der Zidane-Mannschaft, die Marca wollte nach nur fünf Tagen bereits die "Handschrift" des Trainer-Novizen gesehen zu haben, der von den 71.267 Zuschauern im Estadio Santiago Bernabeu wie zu seinen glanzvollen Spielerzeiten bei den Königlichen (2001 bis 2006) empfangen wurde.

Mundodeportivo sprach von einem "triumphalen Debüt", auch die französische L'Equipe nannte den Einstand "vielversprechend".

Bale schnürt Dreierpack

Zidane reagierte mit Bescheidenheit auf die Huldigungen.

"Ich danke den Fans, aber sie kommen eigentlich, um die Spieler zu sehen. Dafür haben sie den Dank der Mannschaft erhalten", sagte der Weltmeister von 1998, der bei seiner Vorstellung standesgemäß den Gewinn der Meisterschaft und der Champions League als Ziel ausgeben hatte.

Weltmeister Toni Kroos twitterte relativ nüchtern von einem "guten ersten Schritt".

Der 26-Jährige glänzte als Taktgeber und bereitete das 4:0 durch den dreimaligen Torschützen Gareth Bale (22./49./63.) vor. Der Ex-Münchner freute sich auch explizit über die "großartige Unterstützung der Fans" im Stadion, in dem Karim Benzema (15., 90.+1) den Auftakt- und den Schlussakkord setzte.

 

Die Fans hatten den Superstars zuletzt ihre Liebe vorenthalten, beim 10:2-Kantersieg gegen Rayo Vallecano kurz vor Weihnachten kam es sogar zu einem Pfeifkonzert - vornehmlich aus Ablehnung gegen Zidanes ungelibeten Vorgänger Rafael Benitez, der nicht zuletzt wegen des Ausschlusses aus dem Königspokal nach einem Wechselfehler am vergangenen Montag nach nur wenig mehr als sechs Monaten gefeuert wurde.

Modric: Wechsel hat gutgetan

Zidanes Kredit ist dagegen sehr viel größer, das ist seit seiner "Inthronisierung" unübersehbar. Dabei waren seine Maßnahmen offenbar ganz simpel: "Der Trainer hat uns gesagt, wir sollen einfach Freude am Fußball haben", sagte Torhüter Keylor Navas.

Mittelfeldstratege Luka Modric befürwortete den Trainerwechsel. "Es tut mir leid für Benitez, aber der Wechsel auf Zidane hat uns gutgetan", sagte Modric.

Spaß hatten gegen La Coruna vor allem die Jubilare Bale (50. Tor für Real) und Benzema (150. Treffer für die Königlichen), weniger aber Weltfußballer Cristiano Ronaldo. "Er hatte seine Szenen, hat sich gut bewegt. Aber Cristiano muss immer sein Tor machen, er braucht das", sagte Zidane über sein "Sorgenkind", das er als "unverkäuflich" deklariert hatte.

Auch wenn die Euphorie in Madrid wieder Einzug gehalten hat, bleibt die Ausgangslage unverändert: Erzrivale FC Barcelona gewann locker 4:0 (2:0) gegen den FC Granada und behauptete damit seinen Vorsprung von zwei Punkten bei noch einem Nachholspiel in der Hinterhand. Und Reals Lokalrivale Atletico, zugleich wieder Tabellenführer, vergrößerte mit einem 2:0 bei Celta Vigo den Vorsprung auf Real wieder auf vier Punkte.

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