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Neben Real und Barca gewinnt auch Atletico Madrid sein Liga-Spiel und bleibt im Kampf um den Titel im Rennen. Trainer Simeone könnte weiterer Ärger drohen.

Atlético Madrid hat vor dem Champions-League-Halbfinalrückspiel am Dienstag (ab 20.45 Uhr LIVE in unserem Sportradio Sport1.fm und im TICKER) bei Bayern München ein Erfolgserlebnis gefeiert.

Im kleinen Stadtderby gegen Rayo Vallecano gewann das Team von Trainer Diego Simeone durch einen Treffer des eingewechselten Franzosen Antoine Griezmann 1:0 (0:0) und hat nun 85 Punkte auf dem Konto.

Im Dreikampf um die Meisterschaft liegt Atlético damit zwei Runden vor Saisonschluss weiter gleichauf hinter Titelverteidiger FC Barcelona und einen Punkt vor dem Lokalrivalen Real auf dem zweiten Platz.

Der FC Barcelona behauptete die Tabellenführung durch ein 2:0 (0:0) bei Betis Sevilla, während Real sich bei Real Sociedad San Sebastian mit 1:0 (0:0) durchsetzte.

Bei Barca wurde Nationaltorwart Marc-Andre ter Stegen zwei Minuten vor Schluss für den angeschlagenen Claudio Bravo eingewechselt.

Simeone nimmt wohl weiter Einfluss

Nach seiner Sperre wegen einer Ballwurf-Affäre muss Simeone bis zum Saisonende alle Ligaspiele seines Teams auf der Tribüne verfolgen. 

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Doch selbst die Verbannung aus dem Innenraum hielt den Argentinier nicht davon ab, Einfluss auf das Spiel zu nehmen. 

Bei Twitter tauchten bereits während der Partie Bilder auf, die Simeone neben Atleticos Torwart-Trainer Pablo Vercellone zeigten. Der war deutlich sichtbar mit einem Headset ausgestattet.

Offenkundig der direkte Draht zum Spielfeldrand. Denn dort saß Kapitän Gabi, nach seiner Auswechslung ebenfalls mit Headset, auf der Spielerbank - und nahm die Anweisungen von der Tribüne entgegen. Auch Physiotherapeut Felipe Iglesias saß mit Kopfhörer und Mikrofon auf der Trainerbank.

Simeone wagt sich auf dünnes Eis

Die Frage, die sich jeder stellte: Hat Simeone trotz seines Verbots gecoacht und dabei die stille Post bemüht?  

Sollte dieser Vorwurf zutreffen, droht dem Atletico-Coach zusätzliches Ungemach. Die Statuten verbieten gesperrten Trainern die direkte Einflussnahme auf ihre Mannschaft. Selbst von der Tribüne aus ist das nicht gestattet. 

"Wenn ein Trainer gesperrt ist, impliziert das auch das Verbot, sich in unmittelbarer Nähe der Bank aufzuhalten sowie denjenigen, die ins Spiel involviert sind, Anweisungen jedweder Art und auf jedwedem Weg zu geben", heißt es in Artikel 56 des Disziplinarcodes.

Halbes Jahr Sperre möglich

"Simeone hatte keinen Knopf im Ohr", war Atletico-Geschäftsführer Clemente Villaverde nach der Partie erpicht zu betonen. Dass Mitglieder des Trainerstabs Headsets trügen, sei normaler Teil ihrer Arbeit. "Ob die Person neben Diego einen Knopf im Ohr hatte, weiß ich nicht. Aber Diego ganz bestimmt nicht." 

Bei leichteren Vergehen dieser Art können zwischen vier bis 20 Spielen Sperre verhängt werden, wie die spanische Marca schreibt. Bei schwereren Verstößen kann die Sperre auch ein bis sechs Monate betragen. Voraussetzung ist allerdings, dass entweder Gegner Rayo Beschwerde einreicht oder das zuständige Wettbewerbskomitee von Amts wegen Ermittlungen einleitet. beides gilt als unwahrscheinlich.

Bale köpft Real zum Sieg

Derweil gab sich auch Rekordmeister Real Madrid im Rennen um die Meisterschaft keine Blöße. Beim Tabellenzwölften Real Sociedad San Sebastian siegten die Hauptstädter mit 1:0 (0:0).

Den Treffer für Madrid erzielte der Waliser Gareth Bale per Kopf nach einer Flanke von Lucas. Durch das 19. Saisontor des 100-Millionen-Manns wahrte Real, das ohne die Stars Cristiano Ronaldo, Karim Benzema und Toni Kroos antrat, die Chance auf den ersten Meistertitel seit 2012.

Westermann fliegt - Kurzeinsatz für ter Stegen

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Beim Erfolg von Barca gegen das Team des Ex-Hamburgers Heiko Westermann trafen Ivan Rakitic und Luis Suarez. Pech für den Deutschen auf der Gegenseite: Westermann flog bereits in Hälfte eins (36.) mit Gelb-Rot vom Platz.

Sein Landsmann Marc-Andre ter Stegen kam in der Schlussphase zu einem Kurzeinsatz für Barca. Ter Stegen wurde in der 88. Minute eingewechselt, weil Stammkeeper Claudio Bravo wegen eines Stichs im rechten hinteren Oberschenkel nicht weiterspielen konnte.

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