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Real Madrid CF v Valencia CF - La Liga
Um ein Haar wäre Cristiano Ronaldo schon früher bei einem Verein in Spanien gelandet © Getty Images

München - 2003 empfahlen zwei Berater dem FC Valencia, den 17-jährigen Cristiano Ronaldo zu verpflichten. Sogar ein Vorvertrag bestand - doch der Klub ließ die Chance sausen.

Es könnte einer der größten Wechsel sein, die nie zustande kamen.

"Uns hatte ein Spieler beeindruckt wie selten zuvor", erzählt Pep Claramunt, Ex-Profi und 2003 an der Seite von Sportdirektor Eduardo Macia Berater beim FC Valencia, 13 Jahre danach in der As: "Und als wir seinen Berater zu seiner Situation befragt haben, eröffnete er uns, dass Valencia eine Kaufoption hätte."

Der Spieler, von dem Claramunt spricht, ist kein Geringerer als Cristiano Ronaldo.

Ronaldo für fünf Millionen Euro

Laut Claramunt hatte Valencias Ex-Präsident Paco Roig, der zu jener Zeit eine Rückkehr ins Präsidentenamt anstrebte und mit seinem Wunschkandidaten auf den Posten als Sportdirektor bereits einen möglichen Kader für die folgende Saison plante, einen Vorvertrag mit Jorge Mendes, dem Berater des damals 17-jährigen Ronaldo geschlossen.

Sporting soccer player, Cristiano Ronald
Cristiano Ronaldo (r.) verließ Sporting Lissabon im Sommer 2003 © Getty Images

Dieser sicherte dem FC Valencia bis zum 30. Mai ein Vorkaufsrecht auf Ronaldo zu, die darin festgeschriebene Ablösesumme betrug fünf Millionen Euro.

Das Problem: Roigs Angriff auf das Präsidentenamt scheiterte, stattdessen sicherte sich die Familie Soler die Vorherrschaft über den Verein.

Der Vorvertrag mit Ronaldo aber hatte Bestand. "Mendes' Bruder erklärte uns, dass die Vereinbarung besagte, dass er für Valencia spielen sollte, nicht für einen bestimmten Präsidenten", erinnert sich Claramunt.

Schnäppchen oder Risikotransfer?

Und sowohl er als auch Macia wollten Ronaldo unbedingt: "Mir war klar, dass es ein Schnäppchen wäre, diesen Jungen für fünf Millionen Euro zu verpflichten. Schade, dass ich die nicht auf der Bank hatte, weil ich sie sofort investiert hätte, um ihn nach Valencia zu holen."

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Aus Sicht der anderen Verantwortlichen handelte es sich jedoch um einen Risikotransfer, schließlich war Ronaldo gerade 17 Jahre jung und hatte erst rund 20 Profi-Spiele für Sporting Lissabon absolviert.

"Ich habe so viel von ihm geredet, dass es meine Frau sogar schon leid war", sagt Claramunt rückblickend: "Er hat mit jeder Aktion gezeigt, dass er die Begabung hatte, eines Tages der beste Fußballer der Welt zu sein. Aber diejenigen, die es entscheiden mussten, sahen das nicht so deutlich."

So ließ der FC Valencia die Frist zum 30. Mai verstreichen.

Sir Alex Ferguson schlägt zu

Einige Wochen später bestritt Sporting ein Testspiel gegen Manchester United. Sir Alex Ferguson überlegte nicht zweimal, ehe er den Wunderknaben aus Portugal verpflichtete.

Im Sommer 2003 wechselte Ronaldo für rund 17,5 Millionen Euro zu United, wo er 2008 die Champions League und den Titel als Weltfußballer des Jahres gewann - ehe er im Sommer 2009 für 94 Millionen Euro zu Real Madrid wechselte.

Der Rest der Geschichte ist bekannt - und wäre wohl ganz anders verlaufen, hätten Valencias Verantwortliche vor 13 Jahren auf das Gespür von Claramunt gehört.

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