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Real Madrid
Real Madrid ist von der EU-Kommission zu einer Millionen-Rückzahlung an den spanischen Fiskus belegt worden © Getty Images

Die EU-Kommission belegt Real Madrid und sechs andere spanische Klubs mit einer Millionen-Rückzahlung an den Fiskus. Das wollen die Königlichen so nicht hinnehmen.

Real Madrid ist zusammen mit sechs weiteren spanischen Klubs zu einer Rückzahlung in zweistelliger Millionenhöhe an die spanische Staatskasse belegt worden.

Diese Entscheidung gab die EU-Kommission am Montag in Brüssel nach Prüfung von sieben Vorgängen öffentlicher Beihilfe für die Klubs bekannt. Hintergrund sind ungerechtfertigte Subventionen.

Dabei hat Real Madrid eine Rückzahlungslast in Höhe von 18,4 Millionen Euro zu tragen. Die Königlichen müssen eine überhöhte Entschädigung für einen geplatzten Grundstückstausch mit der Stadt Madrid an die Kommune und außerdem bis zu fünf Millionen Euro an unberechtigten Steuervorteilen, die der Renommierklub über 20 Jahre lang eingeräumt bekommen hatte, an den Fiskus überweisen.

Zweifelhaftes Engagement überrascht Real

Die Königlichen witterten darin eine Verschwörung. "Es überrascht, dass die Europäische Kommission für diese Entscheidung die Dienste eines Architekturbüros aus Barcelona in Anspruch genommen hat, das generell nur über wenig Erfahrung in vergleichbaren Gutachten verfügt und fast über gar keine in der Stadt Madrid", hieß es in einer Pressemitteilung auf der Real-Webseite.

Real habe dagegen für seine eigene Einschätzung mit Aguirre Newman eine der renommiertesten Firmen der Welt beauftragt. Sie komme zu dem Schluss, dass Real für das Grundstück sogar 7,5 Millionen Euro zu viel gezahlt habe.

Die Königlichen hätten sich daher im Vertrauen, dass die Entscheidung widerrufen wird, sofort an die Judikative der EU gewandt. Nach eigenen Angaben verfügten die Madrilenen allerdings "durch umsichtige Buchführung über die Mittel, zu deren Abgabe der Klub am Ende verpflichtet sein könnte".

Auch Barcelona im Fokus

Neben Real müssen sich auch der FC Barcelona, Athletic Bilbao und CA Osasuna auf ähnlich hohe Steuernachzahlungen einrichten. Wie Real ließ auch Barca durch Pressesprecher Josep Vives mitteilen, dass man das Urteil anfechten werde.

Den größten Einzelposten muss der FC Valencia schultern. Der Klub hatte von einem städtischen Finanzinstitut eine Darlehensbürgschaft erhalten und dafür nicht die fällige Gebühr von 20,4 Millionen Euro zahlen müssen.

"Die Finanzierung von Profivereinen aus Steuermitteln kann den Wettbewerb verzerren. Profifußball ist eine Wirtschaftstätigkeit, bei der beträchtliche Summen im Spiel sind, und die staatliche Unterstützung muss mit den Regeln eines fairen Wettbewerbs vereinbar sein. Das war bei den untersuchten Subventionen nicht der Fall", erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Wegen vergleichbarer Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht müssen Hercules Alicante 6,1 Millionen Euro und der FC Elche 3,7 Millionen Euro für die öffentliche Hand berappen.

Im Gegensatz zu den Fällen der spanischen Klubs kam die EU-Kommission bei der Prüfung von fünf Vorgängen in Verbindung mit niederländischen Profi-Klubs zu keinerlei Beanstandungen. Die Beihilfen für NEC Nimwegen, MVV Maastricht, Willem II Tilburg, PSV Eindhoven und FC Den Bosch jeweils in Millionenhöhe sind nach Ansicht der Wettbewerbshüter in Einklang mit dem EU-Recht gewährt worden.

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