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München - Vor Barcelona gegen Leicester (20 Uhr LIVE auf SPORT1) eskaliert die Lage um ter Stegen bei Barca. Auch die anderen deutschen Torhüter im Ausland erleben stürmische Zeiten.

In den katalanischen Sportzeitungen gab es am Mittwochmorgen nur ein großes Thema - und es war nicht das "Duell der Champions" wie die Mundo Deportivo die verheißungsvolle Partie zwischen dem FC Barcelona und dem englischen Meister Leicester City am Abend (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) in einer Randnotiz bezeichnete.

"Sie machen Druck", prangte in großen Lettern auf dem Titel der MD, noch plakativer titelte Sport kurz und knapp: "Das Ter-Stegen-Beben." Selbst die in Madrid beheimatete Marca machte den "Krieg zwischen den Pfosten" zum Top-Thema.

Titelblatt von "Sport" zu Marc-Andre ter Stegen
"Das Ter-Stegen-Beben" titelt die katalanische Sportzeitung "Sport" © Sport

Hintergrund: Der ewige Kampf um die Nummer eins im Tor der Katalanen zwischen dem deutschen Keeper Marc-Andre ter Stegen und seinem chilenischen Rivalen Claudio Bravo ist wohl endgültig eskaliert.

Ter Stegen setzt Barca unter Druck - Bravo auch

In den letzten beiden Jahren hatten sich die Torhüter den Platz zwischen den Pfosten widerwillig aufgeteilt. Dadurch bringt es ter Stegen seit seiner Verpflichtung im Sommer 2014 auf gerade einmal sieben Ligaspiele, auf der anderen Seite hat Bravo seither kein einziges Pokal- oder Champions-League-Spiel absolviert.

Doch damit soll jetzt Schluss sein.

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Mundo Deportivo zeigte am Dienstag, wie ter Stegen gemeinsam mit seinem Berater die Büros des spanischen Meisters verließ. Dort soll der EM-Fahrer den Verantwortlichen klar gemacht haben, dass er entweder zur uneingeschränkten Nummer eins gemacht werden solle - oder Barcelona den Rücken kehrt.

Praktisch dasselbe Gespräch mussten die Vereinsoberen laut Catalunya Radio vier Tage zuvor schon einmal führen - nur dass ihnen damals Bravo gegenüber saß.

Ausstiegsklausel von ter Stegen bei 80 Millionen Euro

Eine verzwickte Angelegenheit, in der Barca nach Informationen von Sport jedoch schnell für Klarheit gesorgt haben soll. Die Ansage an ter Stegen: Wenn du gehen willst, dann bring' einen Verein, der deine Ausstiegsklausel zahlt.

Klingt einfach, hat aber den Haken, dass die Klausel auf satte 80 Millionen Euro festgesetzt ist.

Erster Interessent an ter Stegen soll Pep Guardiolas Manchester City sein, wo das Geld bekanntlich nicht erst seit dem 50-Millionen-Transfer von Leroy Sane etwas lockerer sitzt.

Dem Vernehmen nach könnten sich die Citizens pikanterweise aber auch vorstellen, ter Stegens Konkurrent Bravo unter Vertrag zu nehmen. Das hätte den kleinen, aber feinen Vorteil, dass bei dem 33-jährigen Chilenen nur 40 Millionen Euro nötig wären, um dessen Ausstiegsklausel zu bezahlen.

FC Barcelona nimmt Diego Alves ins Visier

So oder so: Es läuft alles darauf hinaus, dass in der kommenden Saison nur noch einer der beiden Torhüter in Barcelona unter Vertrag steht. Als Nummer zwei soll Barca bereits den Brasilianer Diego Alves vom FC Valencia ins Visier genommen haben.

Und wenn es um die Nummer eins geht, gibt es zumindest bei den Fans kaum Zweifel, wer das sein soll: ter Stegen. In einer Umfrage von Mundo Deportivo sprachen sich von gut 7000 Befragten fast 75 Prozent für den 24 Jahre alten Ex-Gladbacher aus.

Zieler bei Leicester City im Duell mit Schmeichel

Auf ein deutsches Torhüterduell in der Premier League müssen die Fans also womöglich noch eine Weile warten. Ter Stegens Blatt im Poker bei Barca ist gut, der Neu-Liverpooler Loris Karius fällt nach seinem Handbruch erst einmal wochenlang aus - bleibt also vorerst nur Ron-Robert Zieler bei Leicester City.

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Der Ex-Hannoveraner hat seinen Platz zwischen den Pfosten allerdings alles andere als sicher, denn ähnlich wie Barca hat auch der englische Meister ein Luxusproblem im Tor: Kasper Schmeichel, Sohn der dänischen Torwartlegende Peter Schmeichel, erwies sich in der Titelsaison als einer der stärksten Torhüter der Liga.

Denkbar, dass auch Foxes-Coach Claudio Ranieri angesichts der neuen Mehrfachbelastung mit der Champions League eine Arbeitsteilung nach dem Barca-Modell plant - mit dem bekannten Risiko, am Ende beide Torhüter zu verärgern.

Auch Kevin Trapp bei PSG nicht unumstritten

In Sachen Einsatzzeit hatte Schmeichel in den ersten beiden Partien des International Champions Cup bisher die Nase vorn, bestritt drei der vier Halbzeiten.

Als Punktsieger durfte sich Zieler dennoch fühlen, blieb er in 45 Minuten gegen Celtic Glasgow doch ohne Gegentor, während Schmeichel gegen Celtic und in 90 Minuten gegen Paris Saint-Germain gleich fünf Mal hinter sich greifen musste.

In jenem Spiel saß genauso wie Zieler übrigens auch der deutsche PSG-Keeper Kevin Trapp 90 Minuten auf der Bank. Auch der Ex-Frankfurter hat seinen Platz im Tor des französischen Meisters laut französischen Medienberichten nach dem einen oder anderen Aussetzer in der Vorsaison längst nicht sicher.

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Es sind stürmische Zeiten für die deutschen Torhüter im Ausland. Gut möglich, dass beim Duell der Champions aus Spanien und England am Mittwochabend (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) zum vorerst letzten Mal zwei von ihnen gleichzeitig auf dem Platz stehen.

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