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München - Beim FC Valencia hängt der Haussegen seit geraumer Zeit schief. Nur Torwart Diego Alves macht Hoffnung. Der Brasilianer erweist sich als bester Elfmeterkiller in Spanien.

Diego Alves hatte gerade zwei Elfmeter pariert, darunter eine Glanzparade gegen den letztjährigen Bayern-Schreck Antoine Griezmann.

Dennoch stapfte der Keeper vollkommen bedient vom Platz.

Der Grund: Der FC Valencia verlor sein Heimspiel gegen den neuen Tabellenführer Atletico Madrid 0:2 und setzte seine Talfahrt fort.

Das Team des neues Trainers Cesare Prandelli steht damit aktuell sogar auf dem 18. Rang, einem direkten Abstiegsplatz.

Unfassbare Statistik

Einziger Lichtblick bei den Fledermäusen ist derzeit der 31-jährige Alves.

Der schon lange für seine Elfmeter-Fähigkeiten bekannte Torwart ragte am Sonntag heraus und parierte gleich zwei Strafstöße. Damit schraubt der Brasilianer seine sowieso schon beeindruckende Statistik weiter in die Höhe.

Diego Alves spielt seit 2011 beim FC Valencia, zuvor hütete er vier Jahre den Kasten von UD Almeria © Getty Images

Alves hat seit seiner ersten Saison in Spanien bei UD Almeria 2007 ganze 45 Elfmeter auf seinen Kasten bekommen.

Unglaubliche 22 davon konnte er parieren, also fast die Hälfte aller Strafstöße. Das ist einsamer Rekord in der Primera Division.

Auch Messi und Ronaldo unter den "Opfern"

Und mit dem Alter wird Alves sogar noch besser.

Bei den letzten 15 Versuchen scheiterten neun der Spieler, die gegen den Elferkiller antreten mussten. Ob Lionel Messi, Cristiano Ronaldo oder eben jetzt Griezmann: Für alle war Alves bereits Endstation.

Seine Technik ist dabei ganz einfach. El Periodico beschreibt sie als "Netz der Ablenkung". Alves nähert sich seinen Gegenspielern, redet ihnen zu und lenkt sie dadurch ab. 

Diese "psychologische Kriegsführung" erwischte neben Griezmann auch Madrids Kapitän Gabi, der zuvor in der Liga noch nie vom Punkt gescheitert war.

"Dieser Mann ist unglaublich", lobte Valencias Kapitän Dani Parejo seinen Keeper nach dem Spiel. Und bekam dabei Unterstützung von der Gegenseite. "Den ersten Elfmeter hat er wunderschön gehalten", sagte Atleticos Trainer Diego Simeone. "Das war keine Schwäche von Griezmann, sondern die Stärke von Alves", fügte der 46-Jährige an.

Valencia in der Krise

Alves kümmert das alles wenig. "Es interessiert mich nicht, ob ich Elfmeter halte, wenn wir nicht gewinnen", sagte er in der Mixed Zone.

Tatsächlich ist der Keeper in den letzten Wochen einer der wenigen Valencianer mit Normalform. Nach vier Niederlagen zu Saisonbeginn und zwei wenig überzeugenden Siegen gegen die Aufsteiger Leganes und Alaves wurde Trainer Pako Ayestaran zuletzt gefeuert.

Stattdessen soll nun Cesare Prandelli den Traditionsklub wieder in angenehmere Sphären der Tabelle führen. Der Italiener unterschrieb im Osten Spaniens einen Vertrag bis 2018.

Prandelli: Champions League ist das Ziel

Und der 59-Jährige, der 2012 mit der Squadra Azzurra das EM-Finale erreichte, gab auf der Pressekonferenz am Montag gleich die Marschroute vor: "Das Projekt ist, Valencia in die Champions League zu führen."

Davon sind die Blanquinegros derzeit allerdings weit entfernt. Ohne den zum FC Arsenal abgewanderten Shkodran Mustafi präsentiert sich die Abwehr als Hühnerhaufen, vorne fehlt nach dem Abgang von Torjäger Paco Alcacer zum FC Barcelona die Durchschlagskraft.

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Diese Probleme muss Prandelli schleunigst angehen, sonst droht Valencia sogar der Abstiegskampf. Wenigstens kann der Vize-Europameister im Tor auf eine echte Waffe zurückgreifen.

"Ich habe noch nie einen Torhüter getroffen, der so Elfmeter hält wie Diego Alves", stellte Prandelli fest. "Es ist ein Glück für uns, dass wir ihn haben."

Doch Alves allein kann Valencias Krise kein Ende bereiten. Es wird Zeit für die Kollegen, sich eine Scheibe von ihrem Rekord-Keeper abzuschneiden.

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