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München - Real Madrid stattet Toni Kroos mit einem langfristigen Rekord-Vertrag aus. Die Verlängerung des Deutschen ist nur der Anfang eines Marathons. Anlass ist eine FIFA-Entscheidung.

Es kommt nicht häufig vor, dass Real Madrid ausschließlich sportliche Leistungen honoriert.

Seine Vertragsverlängerung bis 2022 beschert Nationalspieler Toni Kroos ein stattliches Brutto-Jahresgehalt von 20 Millionen Euro. Und das, obwohl er weder als Werbeträger gilt, noch als Superstar wahrgenommen wird.

Reals Trikot mit der Nummer 8 verkauft sich nicht ansatzweise so gut wie das mit der 7 von Cristiano Ronaldo oder der 11 von Gareth Bale.

Egal. Denn Kroos genießt eine derart große Anerkennung im Verein, dass Präsident Florentino Perez und Marketingexperte Jose Angel Sanchez kein Problem damit hatten, den Weltmeister in die Gehaltssphären des Offensiv-Duos zu hieven.

Kurswechsel der Bosse

Perez und Sanchez, Reals mächtigste Funktionäre, haben offensichtlich aus der Vergangenheit gelernt und einen Kurswechsel eingeschlagen. Spieler wie Mesut Özil oder Angel Di Maria verließen die Königlichen beispielsweise, weil sie nie zu den Top-Verdienern gehörten.

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Kroos hat sich dieses Privileg in erster Linie mit starken Leistungen und dem bei Real mittlerweile schon zur Kunst gewordenen Vorteil, dauerhaft verletzungsfrei zu sein, erarbeitet. Der 26 Jahre alte Mittelfeldstratege hat aber auch ein bisschen von einer Entscheidung am grünen Tisch profitiert.

Real muss Stars halten

Aufgrund der kürzlich offiziell in Kraft getretenen Transfersperre darf Real bis Januar 2018 keine neuen Stars kaufen. Im Umkehrschluss: Der Champions-League-Sieger kann es sich bis dahin schlichtweg nicht erlauben, Leistungsträger zu verlieren.

Da das Interesse anderer Top-Klubs an Kroos, vor allem von Manchester City mit Star-Coach Pep Guardiola, nie ein Geheimnis war, blieb Spaniens Rekordmeister irgendwie auch keine andere Wahl, als dem gebürtigen Greifswalder einen so hoch dotierten Vertrag anzubieten.

Der am Mittwoch bestätigte Deal ist eine Kampfansage an das finanzielle Wettrüsten der Engländer. Und Real will weitermachen. Kroos' Verlängerung ist nur als Startschuss eines Marathons zu verstehen.

Sextett soll verlängern

Nach übereinstimmenden Medienberichten aus Spanien planen die Blancos, sechs weitere Spieler langfristig und zu besseren Bezügen an sich zu binden.

Kroos' Mittelfeldpartner Luka Modric (Vertrag bis 2018), Abwehr-Routinier Pepe (Vertrag bis 2017), Rechtsverteidiger Dani Carvajal (Vertrag bis 2020), Edel-Joker Lucas Vazquez (Vertrag bis 2020) und natürlich die dauerhaft umworbenen Ausnahmekönner Ronaldo (Vertrag bis 2018) und Bale (Vertrag bis 2019) sollen im Laufe der Saison verlängern. 

Es ist davon auszugehen, dass Ronaldo und Bale dann in noch höhere Gehaltssphären aufsteigen.

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