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Trainer Zinedine Zidane (l.) konnte mit Real Madrid die letzten vier Spiele nicht gewinnen
Trainer Zinedine Zidane (l.) konnte mit Real Madrid die letzten vier Spiele nicht gewinnen © SPORT1-Grafik: Philipp Heinemann / Getty Images / Imago

Vier Spiele in Folge ohne Sieg, Punktverluste gegen Provinz-Teams - das gibt es nicht oft bei Real Madrid. SPORT1 nennt die Gründe für die Krise bei den Königlichen.

Auf den ersten Blick ist die Tabellensituation für Real Madrid noch nicht besorgniserregend. Die Königlichen liegen in der Primera Division auf Platz zwei, punktgleich mit Tabellenführer Atletico.

Aber die jüngsten Ergebnisse genügen nicht dem Anspruch des Renommierklubs: Die letzten vier Spiele in Folge wurden allesamt nicht gewonnen.

In Dortmund holte Real einen Punkt, aber auch gegen die vermeintlich Kleinen Villarreal, Las Palmas und Eibar kam die Mannschaft von Trainer Zinedine Zidane nicht über ein Unentschieden hinaus. Eine solche Negativ-Serie löst in Madrid naturgemäß Unruhe aus.

SPORT1 nennt die Gründe für den Durchhänger der Königlichen.

- Verletzungsprobleme

Dass Real die gewohnte Dominanz fehlt, liegt auch am Verletzungspech. 

In der Zentrale wird Luka Modric an der Seite von Weltmeister Toni Kroos schmerzlich vermisst. Der 31-Jährige musste am linken Knie operiert werden, er dürfte der Mannschaft noch länger fehlen. Kroos' Spiel ist anzusehen, dass ihm die Entlastung durch den spielstarken Kroaten fehlt.

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Besonders schwer wiegt der Ausfall von Casemiro. Der Brasilianer zog sich einen Bruch des Wadenbeinschaftes zu. Seit er im defensiven Mittelfeld fehlt, konnte Real nicht mehr gewinnen.

Linksverteidiger Marcelo pausiert zudem schon seit zwei Wochen wegen einer Muskelverletzung.

- Defensive schwächelt

Gerade durch die Ausfälle von Casemiro und Marcelo ist die Defensive geschwächt.

Beim 2:2 in Dortmund wirkte die Abwehr teilweise überfordert vom schnellen BVB-Spiel.

In der Liga gab es sieben Gegentore in sieben Spielen. Gerade wenn in Partien gegen Villarreal, Las Palmas und Eibar der Offensive die Durchschlagskraft fehlt, muss hinten eben auch mal die Null stehen. Aber selbst die Underdogs konnten Real immer mindestens einen Treffer einschenken.

- Ronaldo trifft nicht

Auf Tore von Cristiano Ronaldo war eigentlich immer Verlass. Doch der Superstar trifft nicht mehr.

Seit er 2009 nach Madrid wechselte, legte der Portugiese noch nie einen so schlechten Start hin. Erst einen Treffer konnte Ronaldo in seinen vier Liga-Einsätzen erzielen. Die lange EM mit Europameister Portugal hat Kraft gekostet. Seine im EM-Finale erlittene Verletzung störte Ronaldos Vorbereitung.

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Ein fitter Ronaldo kommt ganz anders aus den Startlöchern: Vor zwei Jahren traf er in seinen ersten vier Spielen gleich neun Mal.

 - Fragwürdige Transfers

Auf dem Transfermarkt hielt sich Real Madrid vor der Saison auffallend zurück. Die Zeit der galaktischen Mega-Transfers scheint vorbei zu sein. Wunschspieler Paul Pogba ging lieber zu Manchester United. Plan B? Fehlanzeige!

Einzig nennenswerter Neuzugang war Eigengewächs Alvaro Morata, für den Real seine Kaufoption zog. Kostenpunkt für die Rückkehr des Stürmers von Juventus: 30 Millionen Euro. Moratas Bilanz bisher: Ein mageres Tor, erst ein Einsatz über 90 Minuten. Vertrauen sieht anders aus.

Auf hoffnungsvolle Talente, die frischen Wind reinbringen, kann Real in der Krise auch nicht bauen. Denn junge Spieler wie Borja Mayoral, Diego Llorente, Jesus Vallejo oder Burgui wurden allesamt verliehen.

 - Zidane planlos

Impulse von der Trainerbank kann die Mannschaft anscheinend auch nicht erwarten. Selbst wenn es auf dem Platz nicht läuft, sieht Zinedine Zidane meist nur stoisch von der Seitenlinie zu.

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Taktische Winkelzüge sind nicht das Ding des Franzosen. In der Offensive soll es die individuelle Klasse von Ronaldo, Gareth Bale und Karim Benzema irgendwie richten.

Am angeblich altbackenen Training des früheren Weltklassespielers soll es intern schon Kritik geben. Böse Stimmen behaupten, er sei nur eine Marionette von Präsident Florentino Perez.

Zidanes Kurs in der Krise: Einfach leugnen! Nach dem 1:1 zuhause gegen Provinz-Klub Eibar behauptete er: "Wir sind nicht in einer Krise." 

Bleibt die Frage, ob Boss Perez das genauso sieht.

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