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Leonardo Bonucci jubelt nach seinem Tor aus Abseitsposition

Italien will die Fußball-Revolution: Der italienische Verband FIGC macht sich für die Einführung des Videobeweises in der Serie A stark.

Verbandschef Carlo Tavecchio kündigte an, beim Weltverband FIFA den Einsatz von TV-Wiederholungen in Zeitlupe zu beantragen. Damit sollen Verdachtsfälle überprüft werden können.

"Italien ist zu einer Testphase bereit", sagte Tavecchio.

Der Plan des 71-Jährigen sieht vor, dass der vierte Offizielle auf einem Bildschirm die strittige Szene kontrollieren kann. Dies soll aber lediglich zweimal pro Halbzeit möglich sein. Der Antrag soll nun von den Regelhütern des International Football Association Board (IFAB) der FIFA überprüft werden.

Hintergrund ist der Eklat um gravierende Fehlentscheidungen des Schiedsrichters im Spitzenduell zwischen Meister Juventus Turin und Vizemeister AS Rom am vergangenen Sonntag (3:2). Unter anderem war Juves spätes Siegtor durch Leonardo Bonucci (86.) aus abseitsverdächtiger Position erzielt worden.

Sogar das Parlament in Rom befasste sich mit dem Fall um Schiedsrichter Gianluca Rocchi, der beschuldigt wird, die Römer klar benachteiligt zu haben. In einer hektischen Schlussphase sahen Juve-Stürmer Alvaro Morata und Roms Kostas Manolas nach einem Handgemenge jeweils die Rote Karte (89.).

Zudem waren in der hitzigen Partie drei Strafstöße gegeben worden, zwei davon für Turin.

Roma-Kapitän Francesco Totti ging mit Rocchi hart ins Gericht und glaubt, dass ein System dahintersteckt: "Seit Jahren passieren immer wieder die gleichen Sachen, die die Meisterschaft beeinflussen. Solange Juve spielt, wird es immer wieder so laufen."

Rocchi wies jede Schuld von sich: "Die Spieler haben nicht zu Beruhigung der Situation beigetragen. Mein Gewissen ist rein", sagte er. Nach Angaben der Gazzetta dello Sport soll Rocchi dennoch vorerst bis November nicht mehr eingesetzt werden.

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter ist Befürworter des Videobeweises und hatte angekündigt, Trainern in einer Testphase die Chance zu geben, gegen Entscheidungen von Schiedsrichtern während eines Spiels mittels Videobeweis Einspruch zu erheben.

Diese sogenannten "Challenges" gibt es auch beim Hawk-Eye-System im Profi-Tennis.

Der Videobeweis könnte bereits bei der U20-WM im Fußball im nächsten Jahr in Neuseeland getestet werden.

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