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Genua und Turin - Juventus Turin krönt eine Saison absoluter Dominanz mit dem 31. Titel. Meistermacher Allegri wird gefeiert, doch die große Sause soll erst in einem Monat in Deutschland steigen.

In der Kabine ließen die Stars von Juventus Turin dann doch die Champagner-Korken knallen und spritzten sich gegenseitig nass - aber gefeiert wurde der 31. Scudetto trotzdem mit gebremstem Schaum. Drei Tage vor dem ersten Champions-League-Halbfinale am Dienstag (20:45 Uhr im LIVETICKER) gegen Real Madrid sicherte sich Juve seinen vierten Meistertitel in der Serie A durch ein 1:0 (1:0) bei Sampdoria Genua.

Allerdings war die Stimmung im Stadion wenig meisterlich, auch wenn Juve zum 31. Mal den Titel errang.

Keine Auswärtsfans beim Meisterstück

Die Auswärtskurve im Stadio Luigi Ferraris blieb am Samstag leer, das Innenministerium hatte den Tifosi der alten Dame Reiseverbot erteilt.

Grund waren schwere Ausschreitungen beim Turiner Derby am vergangenen Sonntag mit elf Verletzten. Der frühere Leverkusener Bundesliga-Profi Arturo Vidal setzte mit seinem Kopfballtor in der 32. Minute in Genua den Schlussstrich unter das Titelrennen.

Hoffnung auf Endspiel in Berlin

Samstagnacht feierten allerdings die Fans des Rekordchampions auf dem zentralen Piazza San Carlo im Herzen Turins umso mehr den neuen Scudetto. Tausende Fans ließen Korken knallen, schwenkten bis in die Nacht schwarzweiße Fahnen und skandierten "Wir sehen uns in Berlin!"

Die Hoffnung der Juve-Anhänger ist groß, dass die Mannschaft das Champions-League-Finale am 6. Juni in der deutschen Hauptstadt erreicht.

Ausnahmekeeper und Kapitän Gianluigi Buffon resümierte überglücklich: "Mir wird es nie langweilig, Erfolge zu feiern. Je älter man wird, desto mehr genießt man einen Triumph am Ende einer harten Meisterschaft. Wir haben bewiesen, dass wir keine satte Mannschaft sind, sondern weiterhin nach Erfolgen hungern." Der mittlerweile 37-Jährige war erneut einer der Garanten für den Juve-Triumph.

"Eine wahnsinnige alte Dame"

"Eine wahnsinnige alte Dame", skizzierte die Gazzetta dello Sport die Mannschaft. "Vier Meisterschaften in Serie sind kein Zufall. Der Klub von Präsidentin Andrea Agnelli ist eine Maschine, die für den Erfolg aufgebaut ist", analysierte der Corriere dello Sport.

"Juve ist ein Diesel-Motor. Immer an der Spitze der Meisterschaft bis zum Scudetto", schrieb die Gazzetta.

Der vierte Scudetto sei die Krönung eines langen Weges, der 2006 mit dem blamablen Abstieg in die Serie B infolge der Verwicklung des Juve-Managements in einen ausgedehnten Wett- und Manipulationsskandal begonnen hat, kommentierte La Repubblica. Doch diese Zeiten sind längst vergessen.

UC Sampdoria v Juventus FC - Serie A
Meistermacher: Massimiliano Allegri lässt sich feiern © Getty Images

Viel Lob für Allegri

Viel Lob gab es für Juve-Coach Massimiliano Allegri, der nach dem Wechsel Antonio Contes zur italienischen Nationalmannschaft die Mannschaft trotz harscher Fanprotesten übernommen hatte und die Erfolgsserie der Bianconeri fortsetzen konnte. "Allegri hätte nicht besser Contes Erbe meistern können.

Er hat die Mannschaft erneuert, ohne sie zu verzerren, und hat dabei ihre Qualität deutlich erhöht", kommentierte die Gazzetta.

Eine ideale Mischung aus erfahrenen Spielern wie Kapitän Buffon und Regisseur Andrea Pirlo und Jungstars wie Alvaro Morata und Paul Pogba hat Allegri in den letzten zehn Monaten aufgebaut.

"Juve hätte keinen besseren Trainer für Contes Nachfolge wählen können", lobte Tuttosport.

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