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München - Sami Khedira sucht bei Juventus Turin den Neustart. Er muss sich seinen Platz dort gegen hochkarätige Rivalen erkämpfen. Bei SPORT1 ist er dennoch guten Mutes.

Sami Khedira hat keine Angst vor dem härtesten Fall, der auf ihn zukommen könnte. Sagt er zumindest.

Mehr noch: Er versichert sogar, dass der härteste aller Fälle sein liebster wäre.

"Wenn es nach mir geht, sollten alle bleiben", hält der Weltmeister bei SPORT1 fest. Paul Pogba, Arturo Vidal, am besten auch noch Andrea Pirlo: das komplette Mittelfeld von Juventus Turin, das nicht nur für Khedira  "mit das beste, das es in Europa gibt" ist.

Juves Neuzugang hat Lust darauf, sich zu messen mit all diesen "überragenden Fußballern". Lust, sich unter ihnen zu behaupten.

"Der Konkurrenzkampf spornt an", sagt er. Auch wenn dieser Konkurrenzkampf zugleich eine Bedrohung ist für den Neustart, den Khedira sich verordnet hat.

Wieder prägende Figur sein

Warum der nötig geworden ist, ist hinlänglich bekannt. Bei Real Madrid nach einer Reihe von Verletzungen nur noch Randerscheinung, drohte in der Nationalelf ähnliches, wäre er dort geblieben.

Nur fünf von elf Länderspielen bestritt Khedira seit dem verpassten WM-Finale 2014, die meisten davon als Teilzeitkraft. Was er Bundestrainer Joachim Löw nicht übelnimmt: "Wenn ich gerade nicht im Rhythmus bin oder nicht spielen kann, musst du als Trainer die aufstellen, die im Rhythmus sind. Die Zeiten ändern sich schnell."

Aber damit die Zeit nicht an ihm vorbeiläuft, ist Khedira gewechselt. Beim Champions-League-Finalisten will der 28-Jährige nun wieder Stammkraft, prägende Figur sein. Was kein Selbstläufer sein wird bei dem Gedränge im Turiner Zentrum.

Zwar gilt als ausgemacht, dass Pirlo seinen Platz dort räumen und sich in Richtung New York in die MLS verabschieden wird.

Dennoch: Pirlo raus, Khedira rein - so einfach ist die Rechnung nicht.

Hinten? Vorne? Das Gedränge ist groß

Da ist schließlich noch Pogba, bei dem keineswegs ausgemacht ist, dass Turin in sich schon in diesem Sommer auf dem Transfermarkt versilbern lässt. Da ist noch Vidal, da ist Claudio Marchisio und da sind auch einige Talente, die Khedira den Platz streitig machen werden.

Stefano Sturaro, U21-Nationalspieler aus Sanremo: In den Champions-League-Halbfinals gegen Real Madrid stand er bereits in der Startelf und erledigte seinen Job hochseriös. Oder Roberto Pereyra, argentinischer Jungnationalspieler, ein offensiverer Spielertyp, dem ebenfalls eine Menge Potenzial attestiert wird.

Khedira ringt da entweder mit Marchisio um den Platz vor der Abwehr. Oder mit Pogba, Vidal, Sturaro und Pereyra um einen der offensiveren. Coach Massimiliano Allegri hat also eine Menge Optionen für sein Mittelfeld - mit oder ohne den Weltmeister.

"Ich wurde schon so oft abgeschrieben..."

Khedira selber nimmt das gelassen: "Wenn man die Liga, den Pokal und die Champions League gewinnen will, braucht man viele Spieler, die ihre Qualität haben", sagt er.

Und alle Bedenken, dass der Konkurrenzdruck auch bei Juve zerreiben könnte,  wischt er routiniert beiseite.

"Ich wurde schon so oft abgeschrieben", sagt er: "Ob das beim VfB war, bei Real Madrid oder in der Nationalmannschaft: Immer wurde ich schon irgendwo auf die Bank gesetzt oder gar nicht mehr eingeladen oder wie auch immer."

Letztendlich habe er doch immer wieder Fuß gefasst, "ich bin da auch jetzt guten Mutes".

Mario Gomez und Sami Khedira jubeln für den VfB Stuttgart
Mario Gomez und Sami Khedira spielten bis 2009 gemeinsam für den VfB Stuttgart © Getty Images

Gomez empfahl Italien

Bestärkt wird Khedira dabei von einem langjährigen Teamkollegen, den es vor zwei Jahren aus ganz ähnlichen Gründen in die Serie A gezogen hat.

"Sami wird eine sehr gute Verstärkung für Turin sein", sagt Mario Gomez bei SPORT1.

Der Stürmer des AC Florenz war einer von denen, die Khedira vor seiner Entscheidung für Turin zu Rate zog. Gomez - der bis 2009 gemeinsam mit Khedira beim VfB Stuttgart spielte - hat ihm seine neue Wahlheimat empfohlen.

"Vor allem taktisch passt Sami gut nach Italien", findet Gomez. Khedira sei "perfekt geschult, deshalb ist es sicher nicht das Falsche für ihn." Er wünscht ihm, "dass er die richtige Wahl getroffen hat".

Khedira hält sich nicht mit Zweifeln auf

Khedira scheint schon jetzt wenig Zweifel daran zu haben.

Sowohl bei Juve als auch in der Nationalelf will er in der EM-Spielzeit wieder dauerhaft Teil der ersten Elf sein.

Er sagt: "In der neuen Saison bin ich wieder sehr angriffslustig."

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