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Juventus FC v Udinese Calcio - Serie A
Paulo Dybala (r.) und Paul Pogba verlieren mit Turin die ersten beiden Saisonspiele © Getty Images

Champions-League-Finalist Juventus Turin hat einen historischen Fehlstart in die italienische Meisterschaft hingelegt. Sami Khedira fehlt Turin voraussichtlich noch über einen weiteren Monat.

Italiens Aushängeschild Juventus Turin muss derzeit in allen Bereichen Niederlagen einstecken: Nach dem gescheiterten Verhandlungen um Weltmeister Julian Draxler (Schalke 04) muss der Rekordmeister und Titelverteidiger eine weitere schwere Enttäuschung hinnehmen.

Die alte Dame hat einen kompletten Fehlstart in die neue Saison der Serie A hingelegt.

Juventus so schlecht wie noch nie

Juve verlor ohne den langzeitverletzten Weltmeister Sami Khedira (von Real Madrid gekommen) auch sein zweites Saisonspiel. Eine Woche nach der 0:1-Niederlage zum Auftakt gegen Udinese Calcio unterlag der Renommierklub am Sonntag beim AS Rom mit 1:2 (0:0). Die Römer mussten noch auf den verletzten deutschen Nationalspieler Antonio Rüdiger verzichten.

Champions-League-Finalist Juventus steht punktlos im Tabellenkeller. Noch nie in ihrer über 100-jährigen Geschichte hatte der Klub so schlecht eine Meisterschaft begonnen. Vor der Pleite gegen Udine hatte Juve seit 47 Begegnungen nicht mehr verloren.

Unkonzentriert und mit gravierenden taktischen Mängeln war die Truppe von Coach Massimiliano Allegri gegen die stark motivierten Römer aufgetreten und dafür dementsprechend bestraft worden.

"Der Rekordmeister punktlos wie ein Provinzklub. Der Saisonstart hätte für Juve nicht blamabler sein können", kommentierte die Gazzetta dello Sport. "AS Rom souverän, Juve überrascht mit seiner Orientierungslosigkeit", schrieb der Corriere dello Sport.

Verletzungssorgen um Khedira

Als "Überraschungsflop" bezeichnete das Blatt die Pleite des Traditionsklubs, der seit der Saison 2013/2014 bis zum enttäuschenden Meisterschaftsbeginn 64 Wochen in Folge die italienische Meisterschaft angeführt hatte. Die Mannschaft spürt offenbar die Abwesenheit von drei Giganten wie Andrea Pirlo, Carlo Tevez und des für 37 Millionen Euro zu Bayern München gewechselten Chilenen Arturo Vidal.

Auch die jüngste Verletzungsmisere, die unter anderem Khedira betroffen hat, wirkt sich negativ aus. Neuzugang Khedira hatte sich in der Vorbereitung eine schwerwiegende Oberschenkelverletzung zugezogen. Der Mittelfeldspieler wird dem Champions-League-Finalisten voraussichtlich noch über einen Monat lang fehlen.

Lob erntet indes der frühere Bundesliga-Torschützenkönig Edin Dzeko, der für die Römer das Tor des 2:0 gegen Juve erzielte. "Dzeko ist das Kernelement des Rom-Angriffs. Er ist ein rassiger Stürmer, ein Gigant", lobte der Corriere dello Sport.

Buffon nimmt Mannschaft in die Pflicht

Juve Coach Massimiliano Allegri verteidigte sich vor zunehmender Kritik: "Natürlich müssen wir diese beiden Niederlagen analysieren, doch ich kenne den Wert der Mannschaft."

Kapitän Gianluigi Buffon sucht keine Entschuldigungen. "Die Römer haben besser gespielt, sie haben mehr gewagt und mehr Mut gezeigt. Wenn man in der Mannschaft vieles ändert und Spieler mit einer großen Zukunft einsetzt, die aber sehr jung ist, zahlt man dafür einen Preis. Wir können und müssen mehr leisten", betonte der Keeper.

Der Verein aus dem Piemont will jetzt noch auf dem Transfermarkt nochmal zuschlagen. Die alte Dame will sich nach den gescheiterten Verhandlungen um Draxler laut Medienberichten mit dem 22-jährigen Franzosen Mario Lemina trösten. Die Verhandlungen mit Olympique Marseille seien in der Endphase, berichtete die Gazzetta dello Sport.

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