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Juventus-Keeper Gianluigi Buffon wurde nicht für die Weltfußballerwahl nominiert
Gianluigi Buffon will auch mit 40 noch zwischen den Pfosten stehen © Getty Images

Turin - Gianluigi Buffon will spielen, bis er 40 ist und nach der WM 2018 abtreten. Dass Juventus gegen den FC Bayern in der Champions League weiterkommt, glaubt er nicht wirklich.

In der Serie A ist Juventus längst wieder auf Kurs. Zehn Spiele hintereinander hat der Meister zuletzt gewonnen, der Rückstand auf Tabellenführer SSC Neapel ist nach dem miserablen Saisonstart nun vor dem Spitzenspiel am Sonntag beim taumelnden AS Rom (ab 20.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVETICKER) auf nur noch zwei Punkte geschmolzen.

Neben dem erst 22 Jahre alten spielstarken und treffsicheren Angreifer Paulo Dybala, der nach Anlaufschwierigkeiten in der Liga mittlerweile elf Treffer erzielt und acht vorbereitet hat, glänzen endlich auch die drei zentralen Mittelfeldspieler im bevorzugten 3-5-2.

Paul Pogba und seine Bodyguards Claudio Marchisio und Sami Khedira haben zwar noch nicht vergessen lassen, dass in der letzten Saison noch Andrea Pirlo und Arturo Vidal bei Juve spielten, aber sie werden auch nicht mehr ständig vermisst. Mit Khedira, im Sommer verletzt von Real Madrid gekommen, auf dem Platz, hat Juve in der Liga außerdem noch nie verloren.

Fünfte Meisterschaft in Serie wieder realistisch

Der fünfte Meistertitel in Serie scheint für Juventus in der derzeitigen Form durchaus realistisch. Anders sieht es aus mit dem zweiten Finale in der Champions League hintereinander. Gegner im Achtelfinale (23. Februar, 16. März) ist der FC Bayern. Und ausgerechnet der ewige Star der Vecchia Signora macht den Juve-Fans wenig Hoffnung auf ein Weiterkommen.

"Das wird ein Aufeinandertreffen, in dem wir wenig Möglichkeiten haben werden, das ist die Wahrheit", sagte Torwart Gianluigi Buffon der Gazzetta dello Sport, "wir brauchen Wut, Zynismus, Willensstärke und auch ein bisschen Glück, um die Prognosen umzukehren".

Buffon will mit 40 noch spielen

Dass ordentlich viel Wut im Bauch beim Titelsammeln hilft, dürfte andererseits kaum ein Spieler so gut wissen wie Buffon. Wurde Italien 2006 mit dem überragenden Buffon schließlich nicht Weltmeister, obwohl die Vorbereitung durch einen Manipulationsskandal rund um Juventus überschattet wurde? Hatte sich bei der EM 2012, als die Azzurri völlig überraschend ins Finale einzogen, die Geschichte nicht beinahe wiederholt? Und schied die Squadra Azzurra bei den letzten Weltmeisterschaften 2010 und 2014, als es im Vorfeld harmonisch zuging, nicht beide Male in der Vorrunde aus? Eben.

Apropos WM: Zwei Dinge will Buffon in seiner Karriere noch erreichen: "Ich möchte den Fußball erhobenen Hauptes verlassen, mit dem angemessenen Lärm, aber ohne es dabei mit dem Feiern zu übertreiben. Meine letzten Ziele sind, mit 40 noch auf dem Feld zu stehen und 2018 bei der WM dabei zu sein", sagte er. Seinen 40. Geburtstag wird Buffon am 28. Januar 2018 feiern, ein halbes Jahr vor dem Start der WM in Russland.

Sehr italienisches Kompliment für Donnarumma

Dann möchte Gigi Nazionale sein Zepter weitergeben. Vielleicht sogar direkt an den nächsten Gianluigi, der zwar 22 Jahre jünger, aber schon einen Buchstaben mehr hat in seinem Rufnamen: Die Rede ist von Gianluigi, Gigio, Donnarumma, der mit 16 Jahren bereits das Tor des AC Milan erobert hat.

"Er macht seine Sache großartig, hat die richtigen charakterlichen und spielerischen Eigenschaften. Er strahlt Ruhe aus, hat sich nicht einschüchtern lassen vom Druck, ist reaktionsschnell, technisch stark", sagte Buffon und machte dem Youngster noch ein Kompliment, das wohl nur Italiener richtig verstehen können: "Er ist ein toller Typ und hat das richtige Gesicht."

Womit Buffon nichts über die Schönheit Donnarummas sagen wollte, sondern über die vermeintlich sichtbaren Charaktereigenschaften des 16-Jährigen.

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