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Silvio Berlusconi mit einem riesigen Pokal
Silvio Berlusconi will mit Milan wieder mehr als die nach ihm benannte "Berlusconi-Trophy" gewinnen © Getty Images

Mailand - Der Präsident der Rossoneri setzt den Trainer vor dem Topspiel gegen Neapel unter Druck. Seine Worte klingen nach einem Ultimatum. Berlusconi hat schon einen Plan B.

Im Grunde ist Silvio Berlusconi ein sehr berechenbarer Mensch. Er liebt schöne Frauen und schönes Wetter. Und so lange im Leben des mächtigen Moguls eitel Sonnenschein herrscht, ist die Welt in Ordnung. Für ihn, vor allem aber für jene, die ihn umgeben. 

Wenn Berlusconi nämlich Trübsal bläst, dann kann das für sein Umfeld mitunter höchst unangenehm werden. Das war schon so, als der 79-Jährige noch die politischen Geschicke seines Landes leitete.

Aktuell bekommen sie Berlusconis unbequeme Seite beim AC Milan zu spüren. Jener Klub, bei dem der millionenschwere Unternehmer seit gefühlter Ewigkeit das Sagen hat. Die Rossoneri verhageln Berlusconi mit ihrer sportlichen Darbietung in dieser Saison mal wieder die Laune.

Der frühere Serienmeister rangiert nur auf Platz sechs. Sollte das Topspiel gegen den SSC Neapel (20.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVETICKER) verloren gehen, dann läuft Milan akut Gefahr, erneut das internationale Geschäft zu verpassen. Die Champions League liegt bei derzeit sieben Zählern Rückstand ohnehin bereits so gut wie außer Reichweite. 

Kurzum: Das Milan im Jahr 2016 hat so gut wie nichts von dem Milan, das Berlusconi vorschwebt. Deshalb forciert der Patron bereits Pläne, den Klub von links auf rechts zu drehen. 

Berlusconi schwärmt von Balotelli

Berlusconi plant die Milan-Revolution. 

Mario Balotelli gestikuliert
Mario Balotelli steht hoch in der Gunst von Milan-Präsident Silvio Berlusconi © Getty Images

Eine Vorstellung davon, was Berlusconi mit seinem Verein vorhat, liefern seine jüngsten Aussagen bei Sky Sport Italia. "Wir haben viele junge Italiener im Moment. Mein Traum ist ein Milan, das nur aus italienischen Spielern besteht", sagte der Milan-Boss.

Einen festen Platz in der Traum-Mannschaft hat offenbar Mario Balotelli sicher. "Ich habe ein paar außergewöhnliche Schüsse von ihm im Training gesehen, seine Ballkontrolle ist wirklich besonders", schwärmte Berlusconi über seinen Starspieler.

Dessen Ruf als Enfant terrible? Geschenkt. Sein übertriebener Hang zur Selbstverliebtheit? Kommt jemandem wie Berlusconi gerade recht. Das einzige, was der Präsident an Balotelli auszusetzen hat, ist seine Hautfarbe.

Drohung an den Trainer

"Er hat zu viel Sonne getankt, aber er ist ein Italiener", sagte Berlusconi über den Angreifer. Ein passender Kommentar für jemanden, der es liebt, sich mit Geschmacklosigkeiten zu inszenieren. Balotelli wird also mit ziemlicher Sicherheit der Letzte sein, den Berlusconi opfern wird, sollte Milan tatsächlich erneut eine Saison verpatzen.

Sinisa Mihajlovic an der Seitenlinie
Milan-Coach Sinisa Mihajlovic (r.) muss Klub-Präsident Berlusconi mit Ergebnissen überzeugen © Getty Images

Bei Trainer Sinisa Mihajlovic kann man da nicht so sicher sein. Vor allem nicht bei den warnenden Worten, die Berlusconi dem Coach vor dem Spiel gegen Neapel mit auf den Weg gab. Man könnte es auch als Ultimatum verstehen.

"Mihajlovic muss jetzt die Rossoneri-Fans, den Klub und mich persönlich überzeugen", forderte Berlusconi: "Wie er das schafft? Von jetzt an bis zum Ende der Saison jedes Spiel gewinnen. Wenn er sie alle gewinnt, dann bin ich leicht zu überzeugen."

Es sind Worte, die sich eher nach einer Drohung als nach einer Warnung anhören. Milans Präsident ist es leid, in der Liga, in Europa, überhaupt der Konkurrenz hinterherzulaufen.

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