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Fatma Samoura
Fatma Samoura war seit 20 Jahren für die Vereinten Nationen (UN) tätig © AP

Paukenschlag bei der FIFA: Der neue Präsident Gianni Infantino ernennt eine Frau zur Generalsekretärin und damit zur "Nummer 2" des Weltverbands.

Die senegalesische Diplomatin Fatma Samoura wird die neue Generalsekretärin des Fußball-Weltverbands FIFA.

Einen entsprechen Vorschlag unterbreitete FIFA-Präsident Gianni Infantino (45) am Freitag während des 66. Kongresses in Mexiko-Stadt dem entscheidenden FIFA-Council, Minuten später verschickte die FIFA eine offizielle E-Mail, in der die Ernennung bestätigt wurde.

"Sie wird frischen Wind in die FIFA bringen", sagte Infantino: "Sie ist jemand von außen, nicht von innen. Sie kommt nicht aus der Vergangenheit, sondern ist jemand neues. Sie wird uns helfen, das richtige zu tun."

Von den Vereinten Nationen zur FIFA

Die 1962 geborene Samoura arbeitete bislang bei den Vereinten Nationen (UN), für die sie sich seit über 20 Jahren engagierte. Eine Verbindung zum Fußball hat sie anscheinend nicht.

Nach der Entlassung von Jérôme Valcke (Frankreich) im vergangenen Jahr leitete der Deutsche FIFA-Finanzchef Markus Kattner den Weltverband als Interimsgeneralsekretär durch die Krise.

Die "Nummer 2" der FIFA bekommt durch das Ende Februar verabschiedete Reformpaket deutlich mehr Macht und hat zumindest auf dem Papier mehr Einfluss als FIFA-Präsident Infantino (45).

Das Generalsekretariat überwacht alle Einnahmen und leitet das operative Geschäft. Infantino hatte zuvor immer wieder betont, der Kongress komme zu früh, um diese wichtige Position zu besetzen.

Budget einstimmung genehmigt

Derweil haben die Nationalverbände erwartungsgemäß und einstimmig das überarbeitete Budget für die Finanzperiode 2015 bis 2018 abgesegnet und sich damit mit dem "Infantino-Bonus" beschenkt. Mit der neuen Planung macht Infantino sein Wahlversprechen wahr: Insgesamt wird an die Verbände über eine Milliarde Euro ausgeschüttet.

Für diesen Tagesordnungspunkt hallte beim 66. FIFA-Kongress Applaus durch das Banamex-Center in Mexiko-Stadt. "Sie haben eine großartige Entscheidung für den Fußball getroffen", sagte Infantino. Trotz des Horror-Jahres 2015, in dem 110 Millionen Euro Verlust vor allem wegen hoher Anwaltskosten gemacht wurden, rechnet die FIFA bis 2018 mit einem Gewinn von 90 Millionen Euro.

Scala verlässt aus Protest den Saal

Dennoch gab es für den Reformprozess einen Dämpfer. Kurz vor dem Ende des 66. FIFA-Kongresses in Mexiko-Stadt hat "Chefaufseher" Domenico Scala die Messehalle aus Protest verlassen. Es geht um die Entscheidung der 209 FIFA-Verbände, die Mitglieder der eigentlich unabhängigen Kommissionen bis zum nächsten Kongress 2017 doch wieder durch das FIFA-Council um Präsident Gianni Infantino bestimmen zu lassen.

Scala ist Vorsitzender der Audit- und Complience-Kommission, die laut des Reformpakets künftig alle Prozesse des Weltverbands überwacht. Das Council hat nun auch die Befugnisse, bis zur Wahl beim nächsten Kongress Mitglieder abzuberufen.

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