vergrößernverkleinern
Die Flagge von Kosovo
Kosovo ist UEFA-Mitglied Nummer 55 © Getty Images

Die Republik Kosovo tritt als 55. Mitglied der Europäischen Fußball-Union (UEFA) bei.

Der UEFA-Kongress in Budapest segnete am Dienstag einen entsprechenden Antrag des kosovarischen Fußballverbandes ab. Bei der politisch brisanten Entscheidung stimmten 28 UEFA-Mitglieder für eine Aufnahme, 24 dagegen. Es gab zwei ungültige Stimmzettel.

"Ich appelliere an sie, dass sie der Jugend in unserem Land die Möglichkeit geben zu spielen", sagte Fadil Vokrri, Präsident des nationalen Verbandes FFK, vor der Abstimmung in Richtung der 54 UEFA-Verbände und verwies auf die Mitgliedschaft im Internationalen Olympischen Komitee (IOC): "Es fehlt nur noch der Fußball."

Die Balkanrepublik hatte erst im Jahr 2008 ihre Unabhängigkeit von Serbien erklärt, die Region war durch den Kosovokrieg von 1998 bis 1999 schwer erschüttert worden. Inzwischen erkennen 111 Staaten die Unabhängigkeit des 1,8-Millionen-Einwohner-Staates an. Deutschland zählte zu den ersten Unterstützern.

WM-Quali mit Kosovo?

"Das wird eine enge Entscheidung", hatte der frühere DFB-Präsident Wolfgang Niersbach (65) vor der Wahl gesagt, zudem eine "hoch politische".

Als Gegner der Aufnahme positionierte sich erwartungsgemäß Serbien.

"Politik und Fußball dürfen nicht auf diesem schlimmstmöglichen Weg vermischt werden. Wir würden in der Region für einen Aufruhr sorgen", sagte Tomislav Karadzic, Chef des serbischen Verbandes, vor der Abstimmung: "Die Grenzen eines Landes dürfen nicht geändert werden. Eine selbsterklärte Republik darf nicht die Erlaubnis erhalten, UEFA-Mitglied zu werden."

Durch den Erfolg bei der UEFA könnte der kosovarische Verband schon während des FIFA-Kongresses am 12. und 13. Mai in Mexiko auch als Mitglied in den Weltverband rücken.

Der kleine Verband hofft auf das nachträgliche Startrecht in der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel