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Marcelo Bielsa trainierte zuletzt Olympique Marseille © Getty Images

Kurz nach Amtsantritt flieht Coach Marcelo Bielsa von Lazio Rom und macht dem Klub Vorwürfe. Lazio kontert und wirft dem Coach vor, nach Ausreden zu suchen.

Die Schlammschlacht um den überstürzten Abschied von Trainer Marco Bielsa geht in die nächste Runde.

Nachdem "El Loco", der Verrückte, seinem Namen am Freitag alle Ehre gemacht hatte und nach nicht einmal 48 Stunden im Amt bei Lazio Rom schon wieder auf den Trainerposten verzichtet hatte, äußerte sich nun der Klub und konterte die Rechtertigungen von Bielsa.

Der argentinische Trainer Marcelo Bielsa, der erst am Mittwoch als neuer Betreuer von Lazio Rom vorgestellt worden war, hatte seinen Rückzieher erklärt, indem er eine Mail an Lazio-Sportdirektor Igli Tare vom 7. Juli an das argentinische Sportportal Fox Sports weiterleitete.

Darin schrieb er: "Wir treffen diese Entscheidung, weil trotz vier Wochen Arbeit keine der Maßnahmen, die uns von Klubpräsident Claudio Lotito versprochen wurden, umgesetzt wurden." 

Keine Neuzugänge - Grund oder Ausrede?

Bielsa seien demnach vier Neuzugänge bis zum Trainingsstart am 5. Juli versprochen worden. "Keiner ist gekommen. Dennoch veröffentlichte der Klub einen Vertrag, von dem er genau wusste, dass er ohne Verstärkungen keine Gültigkeit besaß."

Lazio-Anwalt Gianmichele Gentile stritt dies auf einer Presskonferenz am Samstag ab. "Es gibt keine an den Transfermarkt gebundene Klausel. Bielsa hat nach einer Ausrede gesucht", verklärte er: "Welchen Wert ich dem Rücktritt zuschreibe? Vertragliche Nichterfüllung, aus rechtlicher Sicht." 

Der Klub will Bielsa offenbar wegen Vertragsbruch auf Schadenersatz von 50 Millionen Euro verklagen. Dies berichtete der Corriere dello Sport

Inzaghi übernimmt Team

Schon am Freitag hatte der ehemalige Klub von Weltmeister Miroslav Klose in einer Presseerklärung mitgeteilt, man werde Klage gegen den Trainer einreichen, der zuletzt Olympique Marseille trainiert hatte. 

"Sicherlich wird Lazio nicht still bleiben", bekräftigte Gentile am Samstag: "Wir machen so eine ungerechtfertigte und unbegründete Vertragsverletzung nicht mit."

Bielsa selbst hatte zuvor betont, es sei ihm "wichtig mitzuteilen, dass ich keine alternativen Jobangebote habe. Wir werden in Kürze die Kündigungsdokumente senden." 

Die Mannschaft wurde wieder Simone Inzaghi anvertraut, der Lazio in der abgelaufenen Saison auf Rang acht geführt hatte.

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