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Schiedsrichter
In der Türkei wurde ein Schiedsrichter wegen seiner sexuellen Orientierung ausgeschlossen © Getty Images

Der türkische Fußball-Verband (TFF) ist von einem Gericht in Istanbul wegen der Diskriminierung eines schwulen Schiedsrichters zu einer Geldstrafe von umgerechnet rund 7200 Euro verurteilt worden.

Die Summe muss die TFF als Schadenersatz an Halil Ibrahim Dincdag zahlen, der wegen seiner Homosexualität aus dem Verband ausgeschlossen worden war. Dincdags Anwalt hatte rund 35.000 Euro gefordert.

Dincdag war bereits 2009 aus dem Verband ausgeschlossen worden, nachdem seine sexuelle Neigung bekannt geworden war.

Anschließend hatte er die TFF auf Schmerzensgeld und Schadenersatz verklagt. Damit wolle er in der konservativen Türkei auch ein Zeichen setzen und für die Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen kämpfen, hatte er vor seinem langen Gang durch die Instanzen gesagt.

Dincdag, der seine Geschichte auch außerhalb der Türkei öffentlich gemacht hatte, war in Deutschland von Berlins ehemaligem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit mit dem Respektpreis des Bündnisses gegen Homophobie ausgezeichnet worden.

Dincdag hatte in Trabzon mehr als zehn Jahre als Schiedsrichter Spiele geleitet, ehe er 2008 zum Militär eingezogen wurde.

Dort hatte er sich geoutet, um nach eigenen Angaben Misshandlungen und Vergewaltigungen zu entgehen.

Nach einer dreimonatigen Untersuchung wurde Dincdag wegen einer "psychosexuellen Störung" ausgemustert, was der Fußball-Verband zum Anlass nahm, den Referee wegen Unfähigkeit von seinen Aufgaben zu entbinden.

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