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Soll Wladimir Klitschko aufhören? Holger Luhmann, Verantwortlicher Redakteur bei SPORT1, ist dafür. © Getty Images/SPORT1-Grafik

München - Auch in der Niederlage gegen Anthony Joshua erarbeitet sich Wladimir Klitschko den Respekt zurück. Sein Rücktritt liegt aber nahe. Der SPORT1-Kommentar.

Damals, als Wladimir Klitschko Anthony Joshua bei den Olympischen Spielen in London zum ersten Mal gesehen hatte, sagte er: "Dieser Kerl wird mal in meine Fußstapfen treten." So ist es gekommen, Klitschkos Orakel wurde in der epischen Box-Nacht von Wembley bestätigt.

Klitschko lieferte 16 Monate nach der sensationellen Niederlage gegen Tyson Fury einen großen Kampf. Er musste zu Boden, schickte Joshua mit einem seiner unnachahmlichen Schläge selbst auf die Bretter. Er agierte mit seinen 41 Jahren sogar agiler als früher - und fand am Ende doch seinen Meister.

Die Frage, die sich Klitschko nun stellt, ist: Revanche oder Rücktritt?

Ein Rückkampf gegen Joshua in einem halben Jahr wäre möglich. Finanziell könnte er noch einmal groß abkassieren. Schon für den Kampf am Samstag erhielten beide eine Gage von 20 Millionen Euro. Doch das Geld wird ohnehin nicht die Triebkraft für Klitschkos Entscheidung sein.

Klitschko ist gut beraten, seine großartige Karriere zu beenden. Auch wenn der langjährige Wahl-Hamburger auch im deutschen Boxen eine große Lücke hinterlassen wird. Denn Wladimir und sein Bruder Witali haben das Boxen in Deutschland nach Henry Maske auf eine andere Wahrnehmungsebene gehoben.

Im Gegensatz zur Niederlage gegen Tyson Fury kann Klitschko nun erhobenen Hauptes aus dem Ring steigen. Gegen Joshua hat er sich den Respekt zurück erarbeitet, der ihm gebührt.

Noch etwas anderes ist Klitschko wichtig, ihm liegt das Wohl der Sportart Boxen am Herzen.

"Ich denke, wir haben viel für den Sport getan, auch weil wir uns mit Respekt behandelt haben. Es war eine großartige Nacht fürs Boxen", sagte er nach dem Knockout gegen Joshua.

Ein Hampelmann wie Tyson Fury als Nachfolger war für Klitschko unerträglich. Mit Joshua als Erben kann er sehr gut leben.

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