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Orlando - Während Tim Wiese Kreisliga-Fußball spielt, trumpft der Dresdner Alexander Wolfe bei WWE schon richtig auf. SPORT1 hat in Orlando mit ihm gesprochen.

Tim Wiese will im Moment nur, kann aber gerade nicht. Ein anderer Deutscher ist bei WWE bereits ein paar Schritte weiter.

Während "The Machine" Kreisliga-Fußball in Dillingen spielt und Fragen nach seiner Wrestling-Zukunft ausweicht, hat Alexander Wolfe am selben Tag schon einen großen Auftritt bei der Showkampf-Promotion.

Der 30-Jährige kämpft in dieser Samstagnacht vor über 16.000 Fans bei der WWE-Veranstaltung NXT: TakeOver, dem Vorspiel zur Megashow WrestleMania 33 einen Tag später.

SPORT1 war unter den Medien, die ihn vorab im WWE-Leistungszentrum vor Ort getroffen haben.

SPORT1-Redakteur Martin Hoffmann ist vor Ort bei WWE WrestleMania 33 in Orlando
SPORT1-Redakteur Martin Hoffmann ist vor Ort bei WWE WrestleMania 33 in Orlando © SPORT1-Grafik: Getty Images/SPORT1

Alexander Wolfe: Wie bei "Mad Max"

Wolfe - eigentlich: Axel Tischer - trainiert seit 2015 im Performance Center, ist unter Vertrag bei WWE und Teil des NXT-Rosters, in der Talente und Neuverpflichtungen an die beiden Hauptkader RAW und SmackDown herangeführt werden.

Vor kurzem ist Wolfe dort richtig durchgestartet, hat jetzt eine Story, einen Charakter - ein Gimmick, wie es im Szene-Jargon heißt.

Wolfe ist Teil der Gruppierung SANitY, die an die apokalyptischen Figuren aus "Mad Max" erinnern.

"Die gegen alles und jeden stehen"

"Wir sind diejenigen, die gegen alles und jeden stehen", erklärt Wolfe auf SPORT1-Nachfrage die Idee hinter SANitY: "Wir haben eine Sache, die wir kreieren wollen, und das ist Chaos."

Auch gewisse politische Ereignisse in den USA und anderswo scheinen Inspiration für SANitY gewesen zu sein: "Wenn man sich die Welt momentan anschaut, geht ja vieles drunter und drüber, viel Chaos entsteht. Und manchmal ist Chaos vielleicht die Lösung."

Alexander Wolfe und seine Kampfgefährten (v.l.): Eric Young, Nikki Cross, Killian Dain
Alexander Wolfe und seine Kampfgefährten (v.l.): Eric Young, Nikki Cross, Sawyer Fulton © WWE 2017 All Rights Reserved

Bei TakeOver tritt Wolfe mit seinen Verbündeten - dem Iren Killian Dain, der Schottin Nikki Cross und SANitY Anführer, den kanadischen Ring-Veteran Eric Young - auf Tye Dillinger, Roderick Strong, No Way Jose und Ruby Riot. Und Wolfe stellt für diesen Kampf einen Knalleffekt in Aussicht: "Es soll etwas Besonderes werden. Es wird riesig, auf jeden Fall."

Boss Triple H erwartet Großes

Wolfe spricht diese Sätze mit sächsischem Akzent, die seine Dresdner Herkunft deutlich verraten. Er ist Wrestling-Fan seit seiner Kindheit, nahm mit 13 sein Training auf, arbeitete sich als "Axeman" jahrelang in der europäischen Szene hoch, ehe WWE ihn entdeckte.

"Ich erwarte große Dinge von Alexander Wolfe. Schon sehr bald", lobte WWE-Vorstand Triple H ihn im vergangenen Sommer bei SPORT1. "Er hat sich als Performer hervorragend entwickelt, auch was sein Auftreten im TV und seine Star-Qualitäten angeht", befand die Ringlegende.

Seine Performance-Künste zeigt Wolfe auch vor den Journalisten, bleibt in dem Gespräch in seiner Rolle, markiert den leisen Psychopathen, zieht kleine Fratzen, hat merklich Freude an der subtilen Verunsicherung, die er auslöst.

"Tim Wiese ist ein klasse Typ"

Nur bei zwei Fragen spricht eindeutig Axel Tischer, der Mann hinter Alexander Wolfe. Einen bösen deutschen Nazi, macht Tischer klar, würde er im Ring nie spielen.

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Und auf die Vorlage, ob er denn Landsmann Tim Wiese lieber nicht im WWE-Ring gesehen hätte, macht er deutlich, dass er auf den Ex-Nationaltorhüter nichts kommen lässt: "Tim Wiese ist ein klasse Typ und ein toller Athlet, ich habe ihn schon hier kennengelernt."

Es folgt dann die Bitte der WWE-PR-Begleiterin, nun aber keine Fragen mehr nach Tim Wiese zu stellen.

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