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Markus Rehm ist nicht für die Leichtathletik-EM nominiert
Markus Rehm ist nicht für die Leichtathletik-EM nominiert © imago

Der unterschenkelamputierte Weitsprung-Meister darf nicht zur Europameisterschaft in Zürich. Trotz erfüllter Norm nominiert der DLV den Paralympics-Sieger von 2012 nicht.

Frankfurt - Der unterschenkelamputierte Weitspringer Markus Rehm (25) darf bei den Europameisterschaften in Zürich (12. bis 17. August) nicht starten.

Diese Entscheidung gab der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) am Mittwoch bekannt und berief den Prothesen-Springer aus Leverkusen trotz erfüllter Norm nicht in sein 93-köpfiges Aufgebot.

Trotz Handicap Deutscher Meister

Rehm, Paralympics-Sieger von 2012, hatte am vergangenen Wochenende in Ulm Geschichte geschrieben und als erster Springer mit Handicap den Deutschen Meistertitel gewonnen.

Im Vorfeld der Nominierung hatte es um eine Teilnahme Rehms kontroverse Diskussionen gegeben.

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Kontroverse um Prothese

Rehm springt mit seiner Karbon-Prothese am rechten Bein ab. Das hat in der Leichtathletik-Szene für eine hitzige Debatte darüber gesorgt, ob er dadurch einen unerlaubten Vorteil gegenüber den anderen Springern hat.

Biomechaniker hatten während der deutschen Meisterschaften Daten erhoben, um diese Frage zu klären.

In den Internationalen-Wettkampfregularien heißt es unter Regel 144, Absatz 2c, dass "der Gebrauch von Technologien oder Geräten, die dem Nutzer einen Vorteil gewähren, den er bei regelgerechter Ausrüstung nicht hätte", nicht erlaubt ist.

Nur vier Springer weiter

Rehm hatte in Ulm seinen paralympischen Weltrekord um 29 Zentimeter auf 8,24 m gesteigert.

Damit überbot er die vom DLV geforderte EM-Norm von 8,05 m deutlich - nur vier Athleten in Europa sind in diesem Jahr überhaupt weiter gesprungen.

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