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Heike sieht sich mit Dopingvorwürfen konfrontiert
Heike sieht sich mit Dopingvorwürfen konfrontiert © getty

Zwei Tage vor ihrem 50. Geburtstag hat sich Weitsprung-Olympiasiegerin Heike Drechsler gegen die Kritik an ihrer Aufnahme in die Hall of Fame des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF zur Wehr gesetzt.

"Ich habe für Deutschland die Kohlen aus dem Feuer geholt und meine größten Erfolge für Deutschland geholt, nicht für die DDR. Darüber sollten die Kritiker einmal nachdenken", sagte Drechsler der "Bild am Sonntag".

Besonders über die Äußerungen von Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), habe sie sich geärgert und sich ein persönliches Gespräch gewünscht.

Prokop hatte im SID-Gespräch vor Drechslers Auszeichnung Ende November gesagt, dass mit der Aufnahme in eine Ruhmeshalle "eine Vorbildwirkung verbunden" sein sollte: "Diese kommt nur Leistungen zu, die nicht unter Dopingverdacht stehen." Drechsler ist aber "sehr stolz" auf diese Auszeichnung: "Die IAAF hat sich ja was bei der Ehrung gedacht."

Die Doping-Aufklärer Brigitte Berendonk und Werner Franke hatten in der Nachwendezeit nachgewiesen, dass Drechsler und die ebenfalls in die Ruhmeshalle aufgenommene Marita Meier-Koch in den 80er Jahren kontinuierlich und hoch dosiert das Anabolikum Oral-Turinabol verordnet bekamen.

Drechsler bestreitet weiterhin, davon gewusst zu haben: "Ich habe nicht wissentlich und willentlich gedopt. Es ist ein Scheiß-Gefühl, zu erfahren, dass ein Arzt, der auf deine Gesundheit achten sollte, quasi mit dir experimentiert hat."

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