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Lamine Diack ist Präsident des Weltverbandes IAAF
Lamine Diack wehrt sich gegen die Vorwürfe © Getty Images

Nach den schweren Doping-Anschuldigungen gegen Russland hat der Leichtathletik-Weltverband IAAF eine Mitwisserschaft abgestritten.

"Meine Verband arbeitet sehr sehr hart im Kampf gegen Doping. Ich sehe keinen Grund, einen Dopingfall zu vertuschen", sagte der scheidende IAAF-Präsident Lamine Diack im Interview mit der BBC.

Die ARD-Reportage "Geheimsache Doping: Wie Russland seine Sieger macht" hatte Anfang Dezember zahlreiche Zeugenaussagen und belastende Dokumente zu systematischem Doping im russischen Spitzensport, vor allem in der Leichtathletik, geliefert.

Entscheidende Kronzeugen in der Dokumentation waren Julia Stepanowa, derzeit wegen Dopings gesperrte 800-m-Läuferin, und ihr Mann Witali Stepanow, zwischen 2008 und 2011 Mitarbeiter der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA.

Die Diskuswerferin Jewgenia Pescherina hatte zudem erklärt, dass in Russland "die meisten Athleten dopen, der größte Teil, 99 Prozent."

Diese Aussage bezeichnete Diack allerdings als "Witz" und "lächerlich".

"Ich kann es nicht akzeptieren, wenn jemand sagt, in Russland wird zu 99 Prozent betrogen. Das ist nicht wahr", sagte Diack: Ich denke, wir können uns absolut sicher sein, dass unsere Athleten zu 90 bis 95 Prozent sauber sind."

Derzeit untersucht die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) die Anschuldigungen. Russlands Leichtathletik-Boss Walentin Balachnitschew hat mittlerweile die Konsequenzen gezogen und seinen Posten abgegeben.

Sein Amt als IAAF-Schatzmeister lässt er bis zum Ende der Untersuchungen ohnehin ruhen.

Die Vorwürfe hatte er seit Beginn des Berichts stetig zurückgewiesen.

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