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Dutee Chand und Asha Roy
Dutee Chand (l.) wurde Ende 2014 wegen zu hoher Testosteron-Werte disqualifiziert © Getty Images

Die indische Sprinterin Dutee Chand hat nach ihrer umstrittenen Disqualifikation wegen zu hoher Testosteron-Werte einen Teilerfolg errungen.

Der internationale Sportgerichtshof CAS erklärte am Montag den bisherigen Umgang des Leichtathletik-Weltverband IAAF mit typisch männlichen Androgenwerten bei Frauen für vorläufig ungültig. Die 19 Jahre alte Chand darf damit ab sofort wieder an nationalen und internationalen Wettkämpfen teilnehmen.

Chand war Ende 2014 wegen Hyperandrogenismus von der Teilnahme an den Commonwealth-Spielen in Glasgow ausgeschlossen worden.

Die zugrunde liegende IAAF-Regel erklärte der CAS nun für nicht wirksam und gab dem Verband zwei Jahre Zeit, um wissenschaftliche Beweise "für einen Zusammenhang zwischen erhöhten Testosteron-Werten und einer gesteigerten Leistungsfähigkeit bei Sportlern" zu liefern.

Die IAAF kündigte in einer ersten Stellungnahme an, "so schnell wie möglich" ein Treffen mit ihren Experten sowie dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) zu organisieren.

Der Verband betonte aber auch, die bisherige Regel nach "langen und umfangreichen Beratungen" mit "weltweiten Experten" aufgestellt zu haben.

Die Kontroverse hatte Erinnerungen an den Fall der Südafrikanerin Caster Semenya geweckt, der 2009 nach dem WM-Sieg der 800-m-Läuferin in Berlin für großes Aufsehen gesorgt hatte.

Nach gut einjährigen Kontroversen über Semenyas vermeintliche Intersexualität passte der Weltverband seine Regeln für vergleichbare Situationen an. Demnach müssen sich Athletinnen mit Hyperandrogenismus einer androgensenkenden Behandlung unterziehen, um keinen Wettbewerbsvorteil zu haben. Die Inderin Chand lehnte diesen Eingriff jedoch ab.

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