vergrößernverkleinern
Raphael Holzdeppe wurde in Nürnberg mit übersprungenen 5,94 Metern Deutscher Meister
Raphael Holzdeppe wurde in Nürnberg mit übersprungenen 5,94 Metern Deutscher Meister © Getty Images

Nürnberg - Einen Monat vor der WM zünden Holzdeppe, Storl und Doublesieger Reus bei den deutschen Titelkämpfen Glanzlichter. Mama Obergföll wirft weit wie nie, verpasst aber Gold.

Raphael Holzdeppe läuft heiß, David Storl holt sich sein Geburtstagsgeschenk ab, und auch die starken Frauen um Speerwurf-Mama Christina Obergföll lassen auf Medaillen hoffen.

Einen Monat vor dem WM-Showdown in Peking (22. bis 30. August) haben es die deutschen Leichtathletik-Stars bei ihren nationalen Meisterschaften in Nürnberg noch einmal krachen lassen.

Ob Diskus-Riese Robert Harting in China mit seinem kleinen Bruder Christoph nach dessen Titel-Premiere in den Kampf um Gold eingreifen wird, ist dagegen weiter offen. Das DLV-Aufgebot für die Reise nach Peking wird am Mittwoch bekannt gegeben.

"In Peking wird angegriffen"

Harting hat vom Verband mehr Zeit für seine Entscheidung bekommen, die am 11. August fallen wird. Als Fan fieberte er in Nürnberg bei den Siegen seiner Freundin Julia Fischer (65,98 m) und seines Bruders Christoph (64,06) auf der Tribüne mit.

"In Peking wird angegriffen", sagte derweil Holzdeppe, der in Nürnberg erstmals in seiner Karriere über 5,94 m flog und vier Wochen vor dem Saisonhighlight immer besser in Schwung kommt.

Zwar sprang sein französischer Rivale Renaud Lavillenie am Samstag mit 6, 03 m noch etwas höher. Aber: "Bei der WM werden die Karten neu gemischt", sagte Holzdeppe. Schon in Moskau 2013 hatte er Lavillenie düpiert.

Molitor holt Speerwurf-Gold

Einen Tag vor seinem 25. Geburtstag ließ es Kugel-Weltmeister Storl ruhig angehen. Mit für ihn fast schon mäßigen 21,47 m sicherte sich der 22-Meter-Mann aus Leipzig souverän seinen fünften Titel in Serie.

In Peking gelten Storl und seine Trainingskollegin Christina Schwanitz, die mit genau 20 Metern nicht zu schlagen war, als die größten deutschen Gold-Hoffnungen.

"Wir haben unsere Spitzenathleten in einer tollen Form gesehen", sagte Cheftrainer Idriss Gonschinska in seiner Bilanz.

Ob das Ergebnis von 2013 mit viermal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze in Peking erneut erreicht werden kann, darf dennoch bezweifelt werden. "Der internationale Wettbewerb wird deutlich enger", sagte Gonschinska: "Wir hoffen, dass unsere Leistungsträger performen."

Insgesamt 45.750 Zuschauer an den drei DM-Tagen sahen neben viel Magerkost auch immer wieder Top-Leistungen. Auch Speerwurf-Mama Christina Obergföll genoss nach ihrer Saisonbestleistung von 64,11 m den Jubel der Fans.

"Ich bin sehr zufrieden, zuletzt lief es sehr zäh. Bei der WM will ich aber noch etwas draufpacken", sagte Obergföll, die gut ein Jahr nach der Geburt von Sohn Marlon ihre mit Abstand beste Weite als Speerwurf-Mama hinlegte. Trotzdem reichte es nur zu Rang zwei hinter Katharina Molitor (65,40 m/Leverkusen).

Zweites Double für Reus

Auch Sprinter Julian Reus nimmt nach einer langwierigen Muskelverletzung wieder Fahrt auf. Der Wattenscheider holte zum zweiten Mal nach 2013 das Double.

Einen Tag nach seinem Sieg über 100 m (10,12 Sekunden) setzte sich der 27-Jährige auch über 200 m in guten 20,42 Sekunden durch. Damit hat Reus über beide Strecken die Norm in der Tasche.

"Insgesamt war es ein Super-Wochenende. Aber es gibt immer noch ein paar Dinge, die man besser machen kann", sagte Reus.

Schon am Samstag hatte die frühere Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler mit ihrem zehnten Titel ein Jubiläum gefeiert und mit 75,34 m ihre Medaillensprüche für die WM untermauert. " Ich weiß, dass ich noch weiter werfen kann", sagte Heidler: "Ich möchte wieder eine Medaille mit nach Hause nehmen."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel