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Doping (Symbolbild)
Die IAAF ist mit Dopingvorwürfen konfrontiert © Getty Images

Der Weltverband weist die jüngsten Beschuldigungen zweier Wissenschaftler über angeblich zu nachlässige Kontrollen als "völlig falsch" zurück und fordert Beweise.

Im anhaltenden Streit um die aktuellen Dopingvorwürfe hat der Weltverband IAAF erneut die Urheber der aufsehenerregenden Studie kritisiert.

Die jüngste Stellungnahme der Doping-Experten Michael Ashenden und Robin Parisotto enthalte "völlig falsche Behauptungen", hieß es in einem Statement des Verbandes am Samstag.

Ashenden und Parisotto hatten unlängst ihren Vorwurf erneuert, dass Doping-Verdachtsfälle der vergangenen Jahre von der IAAF nicht angemessen verfolgt worden seien.

Die beiden Wissenschaftler seien nicht in einer Position, um dies zu beurteilen, weil ihnen der Einblick in das Testprogramm der IAAF fehle, hieß es nun in der Verbandsmitteilung: "Wie können die Experten behaupten, dass nichts unternommen wurde, ohne genau zu wissen, welche der fraglichen Athleten sanktioniert wurden?"

Die IAAF forderte Ashenden und Parisotto zudem auf, der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) alle Beweise für Dopingvergehen zu übermitteln, die ihnen vorliegen: "Wenn sie keine Beweise haben, dann fordern wir ein Ende der Unterstellungen über Fehlverhalten der IAAF."

Zudem beteuerte die IAAF, die Blutwerte-Datenbank nun selbst an die "Unabhängige Kommission" unter Leitung des früheren WADA-Präsidenten Dick Pound weiterzuleiten. Dies hatten Ashenden und Parisotto in ihrem letzten Statement gefordert.

ARD-Redakteur Hajo Seppelt und sein Team hatten in ihrer Dokumentation "Geheimsache Doping, im Schattenreich der Leichtathletik" unter anderem erneute Vorwürfe gegen Russland sowie gegen Kenia erhoben.

Im Rahmen der Recherche werteten die Australier Ashenden und Parisotto zudem unabhängig voneinander eine Datenbank des Weltverbandes IAAF mit 12.000 Blutwerten aus und kamen zu dem Schluss, dass es bei einem Siebtel der Proben Hinweise auf Dopingvergehen gebe.

Es sei davon auszugehen, dass jede dritte Medaille bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen in Ausdauerdisziplinen, wo es um Blutdoping geht, im Zeitraum zwischen 2001 und 2012 von Athleten gewonnen wurde, die mit Doping zu tun hatten.

Am Samstag berichtete die ARD-Dopingredaktion auf tagesschau.de zudem, dass auch jede vierte Medaille bei den großen Stadtmarathons von Athleten errungen worden sei, die in der Datenbank mit verdächtigen Blutwerten auffallen.

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