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Mo Farah
Mo Farah ließ drei Läufer aus Kenia hinter sich © Getty Images

Mo Farah stürmt ungeachtet der Doping-Anschuldigungen gegen seinen Trainer zu Gold über 10.000 Meter. Die DLV-Siebenkämpferinnen verpatzen dagegen den ersten Tag.

Goldener WM-Auftakt für die deutschen Leichtathleten: Kugelstoßerin Christina Schwanitz wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und krönte sich am ersten Tag der WM in Peking erstmals zur Weltmeisterin. Die favorisierte 29-Jährige vom LV Erzgebirge konterte im Duell gegen die Chinesin Gong Lijiao (20,30) und stieß im dritten Versuch ihre Siegweite von 20,37 m. (SERVICE: Der WM-Zeitplan)

Erstmals seit 16 Jahren kommt damit wieder eine Kugelstoß-Weltmeisterin aus Deutschland, damals holte Astrid Kumbernuss den letzten ihrer insgesamt drei Titeln. Es war der erhoffte perfekte Start für das Team des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV).

Die anderen beiden Titel am ersten Tag gingen im Marathon in 2:12:28 Stunden an den erst 19 Jahre alten Ghirmay Ghebreslassie, der das erste WM-Gold überhaupt für Eritrea gewann, und über 10.000 m an Mo Farah.

Farah lässt Kenia-Trio hinter sich

Der britische Doppel-Olympiasieger holte sich ungeachtet der bösen Doping-Anschuldigungen gegen seinen Trainer Alberto Salazar in 27:01,13 Minuten vor einem kenianischen Trio seinen vierten WM-Titel.

Zu Farahs Gratulanten zählte auch Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski, der dem Briten per Twitter seine Glückwünsche überbrachte.

Über 100 m zeigte der deutsche Meister Julian Reus (Wattenscheid) eine starke Leistung. In 10,14 Sekunden erreichte er als erster Deutscher seit der WM-Premiere 1983 das Halbfinale.

Für die Sprintstars Usain Bolt (Jamaika) und Justin Gatlin (USA) gab es dagegen einen lockeren Auftakt. Bolt qualifizierte sich in 9,96 Sekunden locker für das Halbfinale - "verlor" aber das Fernduell mit dem mehr als umstrittenen zweimaligen Dopingsünder Justin Gatlin. Der Jahres-Weltbeste lief in 9,83 Sekunden die beste Zeit.

Titelverteidiger Raphael Holzdeppe (Zweibrücken) machte es in der Stabhochsprung-Qualifikation ungewollt spannend. Der 25-Jährige schaffte die Qualifikationshöhe von 5,70 m erst im letzten Versuch. Qualifiziert für das Finale am Montag ist auch Tobias Scherbarth (Leverkusen).

Die deutsche Dreisprung-Meisterin Kristin Gierisch (Chemnitz/13,95 Metern) qualifizierte sich mit etwas Mühe als Elfte für das Finale am Montag. 

Siebenkämpferinnen ohne Medaillenchance

Die deutschen Siebenkämpferinnen haben nach dem ersten Tag wohl keine Chance mehr auf eine Medaille.

Die als Zweite der Jahres-Weltbestenliste angereiste Carolin Schäfer (Friedrichstein) belegt als beste Deutsche den neunten Platz mit 3751 Punkten. Elfte ist Claudia Rath (Frankfurt/3736), auf Position 16 reihte sich die frühere Vizeweltmeisterin Jennifer Oeser (Leverkusen/3707) bei ihrem internationalen Comeback nach einer Babypause ein.

An der Spitze liegt Olympiasiegerin Jessica Ennis-Hill (Großbritannien/4005).

Am Sonntag ruhen die deutschen Hoffnungen vor allem auf Kugelstoß-Weltmeister David Storl (Leipzig), der seinen dritten WM-Titel in Serie gewinnen will. Dies gelang bisher nur dem Schweizer Werner Günthör (1987 bis 1993). Erstmals in der Geschichte könnten zudem beide Goldmedaillen im Kugelstoßen an ein Land gehen.

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